Dec
15
2010

Das MUSS angehört werden: Unsere Ausbildung ist neuzudenken

Ich hatte schon in einigen Posts darüber geschrieben, dass wir viel mehr tun müssen, um schon unsere Kleinsten besser auszubilden, so dass wir am Ende fast Jeden als Experten ausgebildet haben. Denn im Prinzip steckt in jedem Kind das Potential. Wir verlieren nur in der Art und Weise unseres Lehrens zu Viele. Auch Prof. Dueck hat dies in seinem letzten Buch Aufbrechen!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen ausgeführt. Das folgende Video fasst die essentiellen Punkte in 11 Minuten extrem anschaulich zusammen:

I wrote some posts about the necessity and possibility to let every children become an expert (sorry, thses posts were only written in German). And I told you about a book written bei Prof. Gunther Dueck speaking about why and how to go for an excellence culture in the future. And here is a summary needing only 11 minutes:

Vielen Dank an Tobias Meixner, der mir den Hinweis auf das Video geschickt hat.

Thanx to Tobias Meixner who sent me the hint to this video!

Ergänzung vom 20.12.2010:

Ich habe letzte Nacht den nächsten Beitrag in dem interessanten Sammelband Lernen lassen – Abenteuer Bildung gelesen, der besonders auf einen Aspekt des Videos eingeht, der fabrikhaften Art der Ausbildung. Gut, der Artikel war mir zu polemisch (schon der Titel: Die Stunde der Idioten, von Wolf Lotter), zeigt aber im Kern auf, dass wir zwar überall auf Konkurrenz und Individualität setzen, nur in der Bildung bleiben der Planwirtschaft verhaftet.

Durch die Gleichmacherei in der Bildung verringerten wir die Vielfalt und behindern uns in der Schaffung einer dynamischen, innovativen Wissensgesellschaft. Die Schüler verlören das Interesse an der Erschließung an Wissen und verblöden zusehends. Wir verhindern das immer stärker eingeforderte lebenslange Lernen, denn wer zu alt ist, darf nicht mehr studieren. Dabei sind doch gerade die Berufserfahren auf einem Kenntnisstand, der das studieren doch erleichtern sollte.

Interessant ist der Hinweis auf die von Wilhem von Helmholtz nidergelegten Bedenken, als Friedrich II. von Preußen vor zweihundert Jahren das Schulsystem in der jetzigen Form auf den Weg brachte: “Gleichförmige Ursachen haben gleichförmige Wirkungen. Je mehr also der Staat mitwirkt, desto ähnlicher ist nicht bloß das Wirkende, sondern auch das Gewirkte. Und wer das uterstützt, den hat man, und nicht mit Unrecht, in Verdacht, dass er die Menschheit miskennt und aus Menschen Maschinen machen will.“, so von Humboldt in seiner Schrift “Ideen zu einem Versuch, die Gänzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen”.

Also, warum sollten unsere Schulen nicht alle unterschiedliche Lehren, wie wissen generiert werden kann? Nun, die andere Medaille der Vielfalt ist die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit. Wenn ich Jemanden einstellen will, wie kann ich sicher sein, dass seine Ausbildung fundiert war? Was wenn die Ausbildung seiner Schule von schlechter Qualität war? Naja, es gibt ja die Möglichkeit der Auswahl über Assessments. Oder man spricht mit dem Bewerbver ausführlicher …

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,english,Video | Tags: , , , ,

2 Comments »

  • Michael Mertins

    Hallo,

    fand das Video ja auch ganz lustig. Besonders den Aspekt dass unter ästhetischer Erfahrung, der Mensch am lebendigsten sein soll, finde ich hervorragend. Die Auseinandersetzung mit Kunst gerät ja auch immer weiter ins Hintertreffen. Dabei ist die kritische Reflektion des ganzheitlichen Menschen in der heutigen motivationsbasierten Arbeitswelt zentraler denn jeh.

    Aber dass man nun folgern könne, alles Lernen müsse sozial sein oder jeder müsse studieren… ich weiß nicht..

    Für ADHD Kinder sind sicher weniger strenge und besser angepasste aufmerksamkeitsfreundliche Lernmethoden großartig. Aber ADHD Kinder sind auch ungemein anstrengend und belastend für ihre Mitschüler, so dass ich das Beispiel nicht gerade praxisnah finde. Meine Erfahrungen mit ADHD Kindern waren jedenfalls derart ermüdent, dass ich immer froh war, dass ich denen nichts beibringen musste.

    Dennoch ist die Kultur des voneinander Lernens und Kopierens sicher etwas besonders Sinnvolles. Das hat meine damalige Deutschlehrerin Wiebke Kauffmann auch schon immer gepredigt und uns unsere computergeschriebenen Aufätze füreinander zum gegenseitigen Kritisieren und Notengeben ausgedruckt.

    Da hatte dann jeder die Möglichkeit vom anderen zu lernen und sich auch extensiv auszutauschen. Was dann jeder aber wirklich gelernt hat und einbauen konnte, war aber natürlich von ihm selbst abhängig und genau dort hört ja das Soziale am Lernen auf. Oder sollen wir in Zukunft unsere Texte kollaborativ verfassen wie das teilweise bei der Fanfiction um Harry Potter passiert?

    China ist ja auch Meister im Kopieren. Das ganze Bildungssystem basiert dort ja scheinbar auf dem Auswendiglernen und also Kopieren. Und kaum ein Volk ist so sozial und kollaborativ wie die Chinesen. Sicher, ist dies mit ein Grund für ihren immensen Erfolg.

    Unsere westliche Tradition aber, und genau diese sucht China ja zu kopieren, vermittelt Eigenständigkeit und selbständiges Denken. Unsere humanistischen Gymnasien sind da sicherlich nicht das schlechteste Beispiel, denn eine umfassende individuelle Bildung ermöglicht doch am ehesten eine spätere Spezialisierung auf Stärken.

    Dass man jedem Zugang zu Bildung verschaffen sollte, sehe ich auch so. Ob nun ADHD Kind oder hochbegabt, jeder sollte nach seinen Möglichkeiten individueller gefördert werden und jeder sollte daran angepasste Berufsbilder anstreben oder eben die Berufsbilder selbst müssten sich ändern und sich dem Menschen anpassen.

    Nur weil in der Wirtschaft viel kopiert und voneinander gelernt wird, heißt das ja noch nicht, dass nun eine komplette Optimierung des Lernens auf wirtschaftliche Erfordernisse stattfinden müsse. Diese ist weniger sinnvoll als ein Umdenken in der Wirtschaft hin zu einer größeren Wertschätzung von Kreativität und Heterogenität.

    Denn Schwärme von Menschen die alle das gleiche gelernt, gelebt und gedacht haben, die alle den gleichen Notendurchschnitt und die gleichen Studiengänge absolviert haben und sich ganz automatisch durch ihre strukturelle Identität gegenüber anderen Ideen abgrenzen, oder diese Homogenität durch Gruppenzwang bzw. Zwang zum Sozialen Lernen erzielen, werden weniger neue Verwendungszwecke für die im Film genannten Paperclips entwickeln, als eine heterogenere Gruppe von Menschen, die sich jeweils für und unterschiedliche Dinge interessieren und von denen manche zwar oft unpraktische aber eben doch manchmal geradezu genial-originelle Ideen produzieren könnten. Kopieren kann schließlich jeder…

    Vorweihnachtliche Grüße! :-)

    Comment | 16 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Hallo Michael,

    ich denke nicht, dass Alle das gleiche lernen werden. Der Punkt ist, dass der Schatz unseres Wissen so groß geworden ist, dass selbst ein Experte für ein Thema kaum noch alles fassen kann.

    D.h. wir werden in Zukunft eher lernen, wie im Team zu lernen ist. Ein Einzelner wird auch kaum noch Chancen haben. Also ist es das Lernen und Entwickeln von Ideen im Team, das Mehrwerte bring. Und hier werden sogar die besten Ideen entwickelt, wenn ein heterogenes Wissen im Team vorhanden ist.

    Und da nicht mehr alles gewusst werden kann, wird das Wissen in einem neu zusammengestellten Team fast immer automatisch heterogen werden.

    Gruß Martin

    Comment | 16 December 2010

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