May
19
2010

Aldi und Co. tragen Mitschuld an Hungerlöhnen – Preisdruck führt zu Menschenrechtsverletzungen

Warum der freie Markt nicht ohne Regulierungen auskommt, lässt sich an dem Artikel Aldi und Co. tragen Mitschuld an Hungerlöhnen ausmachen. Ja, Wettbewerb fördert günstige Preise für die Verbraucher. Aber auch hier gilt das Grundgesetz einzuhalten: nicht auf Kosten anderer.

“Was jedoch wenige Konsumenten wissen: Die billigen Nahrungsmittel – und hier besonders Südfrüchte – gehen insbesondere zu Lasten der Arbeiter in Entwicklungsländern, die das Obst und Gemüse anbauen, ernten und verpacken. “Den Preis dafür zahlen die Menschen, die mit den süßen Früchten als erste in Berührung kommen”, so das Fazit einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam.” ist hier zu lesen.

Und weiter: “Denn die billigen Preise für Bananen und Ananas sind nur möglich, weil die fünf größten Supermärkte in Deutschland den Markt zu rund 70 Prozent abdecken. “Die Supermärkte setzen ihre Einkaufsmacht massiv dazu ein, die Lieferanten im Preis zu drücken”, sagt Marita Wiggerthale, Handelsexpertin und Autorin der Studie. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Lieferanten von Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro immer billiger produzieren müssen – zu Lasten ihrer Beschäftigten. “Bereits jetzt führt der Preisdruck dazu, dass die Lieferanten Arbeits- und Menschenrechte verletzen, um in dem harten Wettbewerb gut abzuschneiden”

Hier solle das Kartellamt prüfen. Aber wir Verbraucher haben auch eine Chance: wir können fair gehandelte Ware kaufen (siehe auch den Post Sei kein Frosch, sei compliant – für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen auf Plantagen und eine nachhaltige Landwirtschaft)

Was aber der Umkehrschluss ist: wenn wir den Menschen am anderen Ende der Lieferkette ein Recht auf faire Bedingungen zugestehen, werden wir entsprechend ärmer werden, denn die Preise werden steigen. Es sei denn, die Discounter verzichten selbst auf den hohen Profit?

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: ,

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