Aug
05
2011

Begeisterung: es gibt wieder eine richtig sinnvolle Anwedung für die eID-Funktion des neuen Personalausweises

Lange hatte ich nicht mehr über den Personalausweis geschrieben, obwohl mein erster Artikel darüber mit Abstand der meistgelesene ist (fast 11.000 Klicks). Nun hatte ich diese Woche gleich zwei Gespräche mit Kollegen zur eID-Funktion des Personalausweises. Kollege Lutz sprach die Idee mit mir durch, dass wir doch die eID-Funktion während Freigabeprozessen im SAPERION Workflow nutzen könnten. Wenn doch bald jeder den Ausweis hätte, könne man doch die Freigabe durch Abfrage der Daten per AusweisApp unterstützen. Gleichzeitig hatten wir noch gemeinsam den endlich zur Verfügung stehenden Komfortkartenleser von ReinerSCT ausprobiert, ob wir uns unsere Rentendaten anschauen können. Was dieses Mal auf Anhieb funktionierte.

Und gestern machte mich noch Kollege Tobias auf den Spiegel Online Artikel Website will Unterschriftenlisten überflüssig machen aufmerksam, und dass ich doch mal darüber bloggen könne. In diesem Artikel wird berichtet, dass seit dem Ersten dieses Monats Petitionen auch mithilfe der eID des Personalausweises mitgezeichnet werden können. Es geht hier nicht um die Petitionsplattform der Bundestags sonder es ist eine unabhängige Plattform mit dem Namen openPetition. Im Impressum ist wir folgt zu lesen:

  • Diese Seiten sind das Ergebnis einer privaten Initiative die sich für eine Vereinfachung und Weiterentwicklung der Instrumente der partizipativen Demokratie einsetzt.
  • openPetition ist seit April 2010 online und hat durchschnittlich 10.000 Besucher am Tag. Die Kapazität der Server ermöglicht es, bis zu 100.000 Unterschriften am Tag zu sammeln.
  • Der Service wird fortlaufend weiterentwickelt und neue Ideen ausprobiert.
  • Wenn Sie selbst eine basisdemokratische, transparente und offene Zukunft mitgestalten möchten, unterstützen Sie openPetiton als Mitdenker, Mitarbeiter oder Sponsor.
  • openPetition ist Mitglied im Verein

Nun hat in Deutschland jeder Bürger nach Artikel 17 des Grundgesetzes das Recht, “sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden”.  Daher, so schreibt Spiegel Online:

Wer auf die aufwendige Prozedur mit den händisch auszufüllenden Listen verzichten will, braucht allerdings eine technisch hochgerüstete Anhängerschaft: Für die Online-Unterschrift werden der neue Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und einer persönlichen, sechsstelligen Pin sowie ein Kartenlesegerät und ein Computer mit Windows- oder Linux-Betriebssystem benötigt.

Wenn bisher diese Plattform noch nicht die Performance hinlegt wie die des Bundestages und eher weniger interessante Petitionen bewegt, so habe ich für mich doch eine interessante gefunden, die ich auch gleich unterstützen wollte. Es geht um den Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung auch auf Bundesebene. Wie es ja eigentlich auch im Artikel 20 unsere Grundgesezes formuliert steht aber seit Anbeginn “geflissentlich (?)” übersehen wird:

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen

Nun dürfen wir ja in Wahlen unsere Stimme alle 4 Jahre unseren Repräsentanten übertragen, die dann nach ihrem Gewissen entscheiden. Aber bei bestimmten Themen abstimmen dürfen wir Bürger bisher nur in manchen Ländern. Und da ich letzten Monat in den Verein eingetreten bin, dachte ich mir, dass ich den Test gleich mit dieser Petition ausprobiere. Also los geht´s:

 

Zuerst die Eingabe meiner persönlichen Daten an Check durch den Perso anklicken

Zuerst die Eingabe meiner persönlichen Daten an Check durch den Perso anklicken

Sorry für die Typos im Kommentarfeld, es war dann wohl doch schon was spät :o(

Nach dem Drücken auf Unterschreiben erschien dann auch zügig die von mir ja schon länger installierte AusweisApp und zeigte mir an, wer sich für die genutzte Anwendung verantwortlich zeigte:

 

Anzeige des Betreibers der Anwendung in der AusweisApp

Anzeige des Betreibers der Anwendung in der AusweisApp

Mit weiter hatte ich noch angegeben, welche Daten ich übertragen wollte. Es waren nur die notwendigen 4 angecheckt, der Rest ausgegraut. Dieses Bild überspringe ich. Mit dem nächsten Weiter kommunizierte nun mein Komfortkartenlese über sein Display mit mir. Zuerst würde nochmals der Betreibername anzeigt. Nach OK wurde mir nochmals gezeigt, welche Daten übertragen werden. Mit OK konnte ich dann meine 6-stellige Pin eingeben und mit dem nächsten OK wurde mir mitgeteilt, dass der (sichere) Tunnel nun aktiv sei. Danach verschwand die AusweisApp und im Browser wurde mir mitgeteilt, dass ich erfolgreich war:

 

Ich war erfolgreich: Petition ist unterschreiben

Ich war erfolgreich: Petition ist unterschreiben

Was aber eher enttäuschend ist: es ist unschwer zu erkennen, dass ich gerade Mal der 13te war nach schon 8 von 50 Tagen, in denen immerhin 50.000 Unterschriften gesammelt werden müssen, damit diese Petition überhaupt den Weg in den Petitionsausschuss findet. Ich hoffe mal, dass es der noch geringe Bekanntheitsgrad dieser Plattform ist und nicht der Mangel am Interesse der Bürger. Denn hier sehe ich doch inzwischen deutlich mehr Zustimmung für Bürgerbeteiligungen. Oder?

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