May
30
2012

Blicke in die ECM-Glaskugel: über den digitalen und damit kulturellen Wandel unserer Cloud-Zeiten

Thorsten Woitag

Torsten Woitag

Mit diesem Artikel möchte ich die Artikelserie “Fight for K.I.S.S. - die Anwender schlagen zurück oder die Rolle des CIO im Wandel” ankündigen, die wir, Torsten Woitag, Gründer und Vorstand unseres Partners Stratos AG, und ich gemeinsam schreiben und auf unserem Blog veröffentlichen werden. Der Fokus wird dabei auf unseren ECM-Themen liegen. Der wahrnehmbare kulturelle Wandel, verursacht durch die digitalen Neuerungen der letzten Jahre wie Cloud Computing, Mobilität, Apps und den Mitmachfunktionalitäten, ändert zunehmend die Erwartungshaltungen an die IT-Verantwortlichen. Dabei sollen Themen der Sicherheit unserer Daten in der Cloud genauso angesprochen werden, wie die erhöhte Komplexität von Cloud-Services untereinander und mit der IT im eigenen Haus, sowie die Bändigung des Flohzirkurs von günstigen (billigen?) Apps.

Torsten Woitag – unser SAPERION Cloud-Evangelist

Ich beobachte interessiert die Aktivitäten von Torsten Woitag seit einigen Jahren, denn sie überraschten mich immer wieder mit guten Ideen und sehe ihn daher in vielen Bereichen als Mitwegbereiter der neuen Technologien. Zuletzt hatte ich über den Vortrag von Torsten auf unserem diesjährigen Kundenkongress geschrieben. Er hatte uns vorgestellt, wie das Login in die Stratos 365 Anwendung mittels neuem Personalausweis und alternativ mittels biometrischem “Tipp-Zugang” möglich ist.

Blich auf die alte Leipziger MuchmesseBlich auf die alte Leipziger MuchmesseDie Stratos AG ist seit 2001 Partner von SAPERION und war der erste Cloud-Anbieter mit einer SAPERION ECM Suite zur revisionssicheren Aufbewahrung der bewegten Geschäftsdaten von Factoring-Instituten. Neben einer Cloud-Plattform für Bauakten ist inzwischen auch eine allgemeine Plattform zur Bearbeitung von Geschäftsvorgängen namens Stratos 365 hinzugekommen, jeweils mit dem SAPERION darunter. Welche technischen und regulatorischen Anforderungen zu lösen waren, und welche Mehrwerte für ihre Kunden daraus entstanden, darüber werden die Artikel u.a. auch handeln.

Übrigens sitze und schreibe ich gerade in den neubezogenen Geschäftsräumen der Stratos mitten im Zentrum des schönen Leipzig in dem historischen Gebäude der alten Buchmesse, siehe Bild oben.

Kultureller Wandel – eine Anekdote

Mittlerweile sehen wir überall um uns herum Menschen mit mobilen Geräten, seien es die trendigen iPads oder iPhones, oder Smart-Phones und Table-PCs anderer Hersteller, in denen Gedankenversunken gelesen, getwittert, gesimst, oder wie auch immer kommuniziert wird. Zeitungen und Bücher werden weniger. Die Konzentration auf unsere Menschen, mit denen wir uns treffen auch?

In Meetings gilt mittlerweile die Regel: alle mobilen Geräte aus. Zumindest die Kommunikationsanwendungen, falls doch gleich elektronisch mitprotokolliert werden soll.

Torsten erzählte mir im letzten Jahr, dass er während einem seiner Vorträge vor Studenten der Universität Leipzig – übrigens zum Thema Cloud Computing – anfangs ziemlich genervt war. Grund dafür war, dass eine Reihe von Studenten mit aufgeklappten Laptops vor ihm saßen und abgelenkt erschienen, sprich die Konzentration auf seinen Vortrag zu fehlen schien, mangelnde Wertschätzung halt.

Dabei war es ganz anders. Diese Studenten verifizierten das Vorgetragene online – in Echtzeit. Denn das zeigten später die Fragen der Studenten: “Herr Woitag, zu ihren Ausführungen sagt aber Herr XYZ etwas ganz anderes. Er meint … . Wie stehen sie zu dieser Ansicht?”

Der Wandel beim Wissensarbeiten

Diese Anekdote zeigt sehr deutlich, wie sich das Lernen wandelt. Da Wissen sich innerhalb von 2 Jahren verdoppelt, ist es auch ähnlich schnell veraltet. Es kommt also immer weniger darauf an, alles zu wissen, was schon von der Menge her nicht mehr zu schaffen ist. Sonder wir müssen viel mehr Methoden zum richtigen Lernen lernen. Schüler und Studenten sind nach wenigen Minuten Internet-Recherchen ihren Lehrern und Dozenten bzgl. der neuesten Erkenntnisse voraus.

Das Gleiche gilt aber auch für die Wissensarbeiter in den Firmen. Der Vorgesetzte als DER Experte ist immer weniger haltbar. Seine Rolle wandelt sich zum Organisator, der für die effektive Infrastruktur und für ein sozial funktionierendes Team zu sorgen hat. Seine Skills werden ganz andere, denn nun werden die einzelnen Mitglieder zu Experten auf jenen Gebieten, wo ihre Talente am passendsten genutzt werden können. Und diese Experten vernetzen sich mit anderen, um für die anstehende Aufgabe möglichst rasch eine gute Lösung zu finden (siehe auch (BPM: Es vollzieht sich ein kultureller Wandel: ECM und Social Business – Eine wunderbare Freundschaft).

Ausblick: “Fight for K.I.S.S. - die Anwender schlagen zurück oder die Rolle des CIO im Wandel” #fight4kiss

Die Idee für den Titel der Serie hatte Torsten, und wer den obigen Text aufmerksam verfolgt hat, wird leicht erkannt haben, welches Konfliktpotential auf Chief Information Officer durch die neuen Technologien zukommen.  Über die folgenden Spannungsfelder wollen wir schreiben:

Der Anwender versteht nicht mehr, warum die interne IT Monate zur Implementierung einer Lösung braucht, wo man heute schon mit wenigen Klicks in der Cloud schon zum Laufen kommt. Sie sehen nicht die Notwendigkeit zur Erfüllung von Compliance-Anforderungen wie Datenschutz, Systemverfügbarkeit, und Integrität zwischen den unterschiedlichen Anwendungen.

Die Artikel werden in kleinen Geschichten aus dem Blickwinkel eines CIOs beschreiben, welchen zukünftigen technischen, regulativen und organisatorischen Herausforderungen sie sich zu stellen haben und werden Handlungsempfehlungen geben. Dabei sollen die ECM-Themen, wie sie in unserem Dokumenten-Knigge aufgeführt sind, nicht zu kurz kommen.

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5 Comments »

  • Dr. Martin Bartonitz

    Der BITKOM hat am 9. Mai 2012 die Ergebnisse einer Studie zum Einsatz von Social Media Anwendungen in Deutschland veröffentlicht. Darin ist u.a. zu lesen:

    Laut Umfrage sind 38 Prozent aller Unternehmen bislang nicht im Social Web aktiv. 62 Prozent der Befragten in dieser Gruppe sagen zur Begründung, dass sie mit Social Media ihre Zielgruppen nicht erreichen. „Dieser Grund erscheint angesichts der weiten Verbreitung sozialer Medien nicht mehr nachvollziehbar“, sagte Kempf. … „Diskussionen über Marken und Produkte von Unternehmen finden im Social Web ohnehin statt. Wer sich den sozialen Medien verschließt, verzichtet bewusst darauf, Einfluss zu nehmen.“

    Und auch der im obigen Artikel erwähnte Kulturwandel kommt zu Sprache:

    Mit der weiteren Verbreitung von sozialen Medien zeichnet sich aus Sicht des BITKOM ein Kulturwandel hin zu offeneren Kommunikationsstrukturen ab. … Projekte können über die Grenzen von Abteilungen und Standorte hinweg effizienter realisiert werden. … „Social Media setzt voraus, dass sich die Unternehmen öffnen und in einen Dialog mit ihren Interessengruppen treten“, sagte Kempf. Noch nicht alle Unternehmen hätten erkannt, welches Business-Potenzial die sozialen Medien haben. Kempf: „Jedes Unternehmen hat die Aufgabe, den Social-Media-Einsatz gewissenhaft zu prüfen, um seine Wettbewerbsposition nicht zu gefährden.“

    SAPERION setzt ebenfalls auf eine Reihe von Social Business Anwendungen. Begonnen haben wir mit diesem Blog in 2008 mit inzwischen über 500 Artikeln.
    Auf Facebook sind wir genauso aktiv wie auf XING und Twitter. Unser Intranet basiert auf einer Bog-Technologie. Unsere Entwicklung nutzt ein Wiki. Die stärkste Vernetzung ist allerdings immer noch die per Lync oder Telefon …

    Comment | 31 May 2012
  • Dr. Martin Bartonitz

    Florian Semle zeigt in seinem Artikel Die deutschen Wirtschaftsblogs (Teil 1): Wie Blogs die ökonomische Debatte beeinflussen auf, welche wichtige Funktion die Bogger-Welt hat. Er zeigt dies am Beispiel von Blogs in der Welt der Wirtschaft und stellt u.a. fest:

    Für sich genommen hinterlässt die Berichterstattung einzelner Medien verwirrende Momentaufnahmen. Eine kleine aber aktive und wachsende Szene bloggender Ökonomen, Journalisten und Wirtschaftsblogger entwickelt aus den fragmentierten Einzelteilen der Berichterstattung einen lebendigen, kontroversen Diskurs, der meiner Ansicht nach für die Meinungsbildung zu komplexen Themen viel effektiver und angemessener ist, als die mediale Einzelbetrachtung.

    Er zeigt auch auf, dass es kulturelle Unterschiede zwischen der Anglikanischen und Deutschen Welt gibt:

    Wenn heute deutsche Journalisten Zeitmangel für spärliche Kommentarantworten oder verwaiste Twitter-Accounts verantwortlich machen, ist das absolut verständlich – aber britische Redaktionen räumen ihren Journalisten eben mehr Zeit, manchmal sogar mehr Stellen für Kommentierungen oder Tweets ein, weil sie darin mehr als eine Artikel-Appendix sehen und U.S.-Think Tanks haben ein ökonomisches Interesse an einem wertigen Netzwerk. Diese“ Ökonomie des Netzwerks“ kann uns auch für die deutsche Blogosphäre optimistisch stimmen, weil es schlichtweg schlau und einträglich ist, ein qualitatives Diskursnetzwerk aufzubauen. Ein interessantes Indiz für den allmählichen Wertigkeitswandel ist auch, dass Wirtschaftsblogger zunehmend als Experten und Kommentatoren auf Wirtschaftskonferenzen eingeladen werden, beispielsweise auf den Kongress Ökonomie neu Denken.

    Sein Fazit lautet, nachdem er eine Liste der für ihn interessantesten Blogs präsentiert hat:

    Meine persönliche Erkenntnis aus der Debattenbeobachtung und den Diskussionen, die ich für diese Beiträge geführt habe:

    Die Debatte und die Gemeinde aktiver, gut vernetzter Blogger ist klein, aber qualitativ schon weiter entwickelt, als sich die Blogger selbst wahrnehmen. Vernetzungs- und Sozialisierungsdefizite bestehen (derzeit noch) stark bei vielen Medien- und institutionellen Blogs. Dafür gibt es zum Teil recht pragmatische Gründe – für mehr Vernetzung gäbe es die aber auch (siehe den 2. Teil dieser Serie).
    Ökonomie ist eine Sozial- und Interpretationswissenschaft und zwar viel mehr als das nichtwissenschaftliche, Zahlen averse Publikum glaubt. Das heißt auch, dass die Debatte, die sich hoffentlich in der Blogosphäre weiter entzündet, wichtig ist – wichtiger vielleicht als die vielen Einzelanalysen.

    Unterm Strich muss auch ich feststellen, dass in deutschsprachigen Blogs noch deutlich weniger debattiert wird als in englischsprachigen.

    Comment | 11 June 2012
  • Dr. Martin Bartonitz

    Hier kommt ein weiterer Blogger, REto BAumgartner, Geschäftsführer einer Social Media Company, zu Wort, der in seinem Artikel darstellt, wie die Digital Natives unsere Firmenkulturen ändern werden:

    … Digital Natives sind Teamworker

    Sie haben gelernt, dass man bei bestimmten Fragen zu den besten Resultaten kommt, wenn man die Community, sprich seine Facebook-Freunde oder Twitter Follower, fragt. Nämlich dann, wenn es um eine Empfehlung geht, wenn man die Präferenzen von jemandem kennen muss. Auf Fragen wie: Was ist heut Abend los in der Stadt, wo gibt’s die beste Pizza, welchen Film muss ich mir unbedingt anschauen, wissen die Facebook-Freunde eine passendere Empfehlung als Google. Ein weiterer Vorteil, wenn man solche Fragen öffentlich stellt: Freunde die mitlesen haben ebenfalls einen Nutzen davon. Diese Erfahrung führt zu einer ausgesprochenen Teilen/Empfehlen Mentalität. Und sie fördert auch die kritische Auseinandersetzung mit einem Thema. Das Hinterfragen und Aufdecken von Widersprüchen wird in den sozialen Netzwerken zu einem richtigen Sport. Die Community liebt diese Auseinandersetzung und ist sehr diskussionsfreudig. Es trainiert ausserdem die Kritikfähigkeit, wenn man mit seinen Statements tagtäglich der gesamten Community ausgesetzt ist. Will man sich mit seiner Meinung durchsetzen, so muss man die Community mit klaren Argumenten überzeugen. Autorität wird nicht durch Hierarchie geschaffen, sondern muss immer wieder neu durch Glaubwürdigkeit und Überzeugung erarbeitet werden. Das ist ein fruchtbarer Boden für Kreativität und Innovation. Denn nur Eigenständiges kann in einem solchen Umfeld überzeugen. Alles Kopierte wird schnell aufgedeckt und entlarvt. …

    Ich las den Artikel gestern im Zug, und Dame im Rentenalter neben mir meinte dazu nur lakonisch. Ja und, aber das war doch schon immer so. Wer nichts konnte, der fiel doch auch schon zu meiner Zeit auf und durch.

    Interessant und nachdenkenswert fand ich noch die Aussagen dem Kommentar von André Albrecht:

    Der grosse Teil der FB-ler (ob jung oder alt) beschränkt sich auf das Verlinken von bereits bestehenden Informationen (Videos, Bilder usw), nur ein kleiner Teil produziert eigenen Content und verbreitete diesen. Ich wundere mich sehr darüber, dass die Leute diese tollen Kanäle nicht mehr für kreativen Output benützen. Aus diesen Beobachtungen komme ich zum Schluss, dass es – wie früher auch schon – nur eine kleine Gruppe ist, die wirklich kreativ ist, der grosse Rest beschränkt sich auf das schon immer dagewesene Geschwätz, Kopieren und allenfalls Kommentieren (was fast der kreativste Sektor sein dürfte). Diese Copy/Paste-Manier hat sich in den Köpfen der digital natives so weit festgelegt, dass man heute skrupelloser denn je Plagiate produziert und Ideenklau betreibt. Ich finde, dass Niveau in den sogenannten kreativen Berufen hat markant abgenommen. Die Leute mögen zwar gut ausgebildet sein, aber der kreative Funken fehlt oft. Wenn ich durch die Bahnhofunterführung laufe und mir die Plakate ansehe, überkommt mich ich ein kaltes Grauen. Ich habe noch nie so viele, schlechte, ja sogar peinliche Plakate (und ich schaue sie mir seit Jahrzehnten genau an) gesehen, wie sie in den letzten Jahren produziert werden. Natürlich liegt das einerseits an den knapperen Budgets, andererseits ist Kreativität nicht von Budgets abhängig, glaube ich.

    Das Fazit lautet also: die digitalen sozialen Medien helfen zwar, schneller an Informationen zu kommen, aber ein richtiger Experte wird nur, wenn er im analogen Leben Erfahrungen sammelt und ausdauernd übt!

    Comment | 29 June 2012
  • Dr. Martin Bartonitz

    Christiane Siemann, freie Journalistin, fragt im Forum Enterpriose 2.0 des Magazins Personalwirtschaft, ob die Social Anwendungen nur Heißluft sind oder doch Mehrwert bieten. Unterm Strich sieht sie klare Mehrwerte, sogar für das Topmanagement:

    „Nicht nur als Leitende in der Projektkommunikation. Auch Top-Executives können in der Strategiekommunikation die Lücke füllen, welche Corporate Communications offen lässt. Beispielsweise in einem Leadership Blog, um wo nötig mit den Mitarbeitern und dem Markt im persönlichen Kontakt zu bleiben.“ Dennoch: Brauchen interne Netzwerke eine Kontrolle oder besser gesagt einen Befähiger? Nicht nur die Allianz Deutschland auch andere E 2.0-Unternehmen setzen langfristig Community Manager ein. „Ihre Funktion: Sie sind jederzeit ansprechbar, schulen die Nutzer und zeigen auf, wie man richtig kommuniziert“, so Michael Wegscheider. Eine offene Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter sich angstfrei äußern können, ist eine zentrale Voraussetzung, damit die positiven Effekte des Wissenstransfers entstehen.

    Comment | 29 June 2012
  • Dr. Martin Bartonitz

    Auf Wirtschaftsmagazin BrandEinsOnline ist ein in meinen Augen genialer, aufrüttelnder Artikel erschienen, der unsere alten Paradigmen bis auf die Knochen seziert und zeigt, dass diese am Ende sind. Und an seinem Ende steht, wie es anders gehen kann.

    Perspektiven

    Der Blick nach vorn ist getrübt. Die Zukunft gilt als unbestimmbar, Planen als überholt – alle fahren nur auf Sicht. Das kann dauern.
    Es ist Zeit für einen besseren Durchblick.

    “Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.” Perikles, griechischer Politiker

    Die Unternehmenskultur, das persönliche Paradigma einer Organisation, erleichtert nicht nur den Umgang mit der Zukunft, mit Überraschungen und Wildcards. Die Kultur macht auch klar, wer man ist, sie zeigt Kunden und Partnern, was man will, kann und auch, was nicht. Sie ist damit auch die Kunst des Weglassens, das Gegenteil statischen Perfektionswahns, ein lebender Organismus, der mit Komplexität zurechtkommt. Denn das können zentrale Strukturen nicht mehr. Sie scheitern an der Allmachtsfantasie, alles kontrollieren zu können, sie leben in der Illusion, dass sie wüssten, was hinter der nächsten Kurve auf sie lauert. Sie wissen nicht, was kommt. Weil sie nicht wissen, wer sie sind.

    “Wenn man eine Kultur hat, dann kennt man sich selbst. Das ist eine der wichtigsten Sehhilfen, die man in einer komplexen Welt haben kann”, sagt Thomas Perry. “Sie macht es möglich, dass wir trotz der vielen Überraschungen immer gut und zügig auf Sicht fahren können – statt uns der Illusion der großen Entwürfe hinzugeben, die nicht mehr funktionieren.”
    Selbsterkenntnis ist bekanntlich der beste Weg zur Besserung – und vielleicht führt diese Einsicht auch dazu, dass sich die Sichtweite auf Zukunft verbessert. Kulturen, das sind gemeinsame Geschichten.

    Man muss also etwas wollen und darüber reden, das auch andere verstehen – oder, wie man neudeutsch sagen würde, blicken würden, damit man die Entwicklung nicht verpeilt.
    Da wären wir wieder bei Giotto di Bondone. Sein Geschenk an uns, die Perspektive, die heißt auf Lateinisch perspicere.

    Auf gut Deutsch heißt das so viel wie: Durchblick. -

    Comment | 1 July 2012

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