Feb
02
2009

BPDM – Das Aus für XPDL? – Und ein großer Schritt für das Round-Trip-Engineering?

Relevante Standards im Geschäftsprozessmanagement

Relevante Standards im Geschäftsprozessmanagement

Die Familie der Business Process Management Standards ist um ein weiteres Kind gewachsen. Die Object Management Group hat vor 2 Monaten die erste Version des Businees Process Definition MetaModels -> BPDM freigegeben (download: http://www.omg.org/spec/BPDM/1.0/). In Kürze wird dann noch die Version 2.0 der Business Process Management Notation -> BPMN hinzukommen (http://www.bpmn.org/). Diese beiden Versionen sind optimal aufeinander abgestimmt. Während die BPMN die grafischen Symbole zur Dokumentation eines Geschäftsprozesses festlegt, dient die BPDM u.a. dazu, diese Grafik in XML-Code zu repräsentieren und damit interoperabel zu machen. Zuerst Malen in Tool A, Speichern; anschließend Weitermalen in Tool B.Die BPDM-Spezifikation sieht danach aus, dass auch ein voll ausführbarer Code für Workflow Management bzw. Business Process Management Systeme geschrieben werden kann. Heißt dies womöglich, dass XPDL und BPEL zukünftig abgeschrieben werden können?
Speziell das XPDL (http://www.wfmc.org/xpdl-developers-center.html) sollte zukünftig wenig Chancen haben. Setzt sich BPMN weiter so durch wie bisher, so ist sicherlich BPDM die erste Wahl zur persistenten Speicherung der grafischen Informationen. D.h. XPDL verliert damit den Anspruch, das seit der Version 2.0 einzige Austauschformat für BPMN-basierten Prozesse zu sein. Man darf also nun gespannt sein, wie schnell die etwa 80 Tool-Hersteller auf BPDM gehen werden. Sollte XPDL durch BPDM hier abgelöst werden, ist fast damit zu rechnen, dass nach nun mehr 16 Jahre die WfMC ihre Tätigkeiten komplett einstellen wird.

Anwender können nun hoffen, dass mithilfe zukünftiger, BPDM-fähiger Workflow Engines das Business-Process-Management-Round-Trip-Engineering (welch neudeutsches Wortungetüm!) möglich wird. Damit ist der dauernde Wechsel zwischen dem Modellieren aus Organisationssicht und dem Anreichern von Systemdaten durch die IT zur Ausführung der Geschäftsprozesse gemeint.
Weniger gut sieht es auch weiterhin für Round-Trips aus, wenn der BPDM-Code nach BPEL (http://docs.oasis-open.org/wsbpel/2.0/OS/wsbpel-v2.0-OS.html), dem bisherigen Standard für die Web-Service Orchestrierung, gemapped werden soll. BPDM-Code ist graph-orientiert, BPEL dagegen besitzt eine Blockstruktur. D.h. entweder gibt es nach dem Mapping einen schlecht lesbaren BPEL-Code oder die Organisatoren müssen sich an ein etwas merkwürdiges Design ihrer grafischen Modelle gewöhnen.

Viele Grüße aus Kölle
Martin Bartonitz

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,products | Tags: , , , , , , ,

1 Comment »

  • Dr. Martin Bartonitz

    Der Inhalt dieses Posts hat sich in etwa Juni 2009 relativiert. Die Version 2.0 der BPMN nutzt nun nicht mehr die BPDM sondern kommt mit einer eigenen Serialisierung.
    Basierend auf dieser Serialisierung sind SAPERION und sein Kooperationspartner Signavio unterwegs, den Export aus dem Signavio Process Editor nach SAPERION zu unterstützen. Siehe dazu den Post http://www.saperionblog.com/page/2/?s=signavio&x=0&y=0&lang=de

    Comment | 23 July 2010

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