Jan
06
2011

Communities of Practice erwecken das Wissensmanagement erst zum Leben

  • Wissen ist Macht, also gebe ich es erst gar nicht her. So kann man auf mich nicht so schnell verzichten (knowlegde-is-power-Verhinderung).
  • Was ich nicht selbst erfunden habe, kann nichts sein? Wie so soll ich mich erniedrigen und etwas tun, was von Anderen stammt? Lieber erfinde ich das Rad nochmals (not-invented-here-Verhinderung).
  • Was geht mich das an? Warum sollte ich dem helfen? Ich habe doch nichts davon (Is´s-not-my-job-Verhinderung).

Kommen Ihnen diese Sprüche bekannt vor? Hören Sie diese häufiger? Dann leben Sie in einer wenig gut funktionierenden Wissenskultur. Mit der Erkenntnis, dass unsere Welt immer schneller komplexer wird und es mehr und mehr darauf ankommt, auf neue Herausforderungen möglichst schnell zu reagieren, wird es immer notwendiger, dass sich Experten vernetzen. Nicht nur intern sondern auch extern. Sehr schön erklärt das Prof. Peter Kruse in einem kleinen Video, das ich in dem Post Unsere Welt wird immer komplexer. Laut Prof. Peter Kruse hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams eingebaut habe.

Marion A. Weissenberger-Eibl und Dominik Ebert weisen in ihrem Artikel Communities of Practice: So gestalten Sie dei Wissenskultur in Organisationen, veröffentlicht in der Zeitschrift für Führung & Organisation (zfo) in der Ausgabe 6/2010, darauf hin, dass allein das Hinstellen von Technik, in der Wissen explizit hinterlegt und wiedergefunden werden kann, nicht dazu führt, dass sich ein Unternehmen auch wissenskulturell ändert.

Erst durch das Erfahren von positiven Effekten bei einem Wissenstransfer in einem Workshop, beginnt sich eine Kultur zu wandeln. Auch hier gilt, dass der Nasenfaktor die treibende Kraft ist. Habe ich einen anderen Experten kennengelernt, so bin ich eher bereit, mein Wissen mit ihm zu teilen. Auch ist die Hürde geringer, einen Bekannten auf ein aktuelles Problem anzusprechen.

Wir können dies bestätigen. Wir haben vor 6 Jahren im Bereich Workflow Management, den ich in unserem Unternehmen als Produktmanager verantworte, begonnen, uns jährlich mit unseren internen und externen Workflow-Experten über 2 Tage in einem Workshop zum Erfahrungsaustausch zu treffen. Einerseits werden gefundene Workflow-Lösungen des letzten Jahres intensiv miteinander ausgetauscht. Andererseits kennt man sich untereinander und tauscht sich auch bilateral aus.

Ein ähnliches Konzept wird auch bei anderen Themen angewendet. So bieten wir allen IT-Engineers vierteljährlich einen Tag an, an dem wir neue Funktionen und Best Practices, dieses Mal frontal bekannt machen. Es gibt aber auch hier genügend Zeit, dass die Experten zwischen den Pausen ihre Erfahrungen austauschen. Unsere internen Experten, die sich sonst selten sehen, treffen sich zuvor zu einem intensiven Austausch, um von ihren aktuellen Projekten zu berichten.

Damit ist innerhalb dieses Netzwerks zum größten Teil bekannt, welcher andere Experte welches Wissen besitzt. Der nächste Schritt ist dann, die interessantesten Lösungen als Best Practices im Dokumentationsportal verfügbar zu machen. Und das ist dann meist die eigentliche Herausforderung. Das Schreiben von Best Practices kostet Zeit, die ein Experte meist nicht hat, da er von Projekt zu Projekt hetzt. Und wenn er dann noch per Managament by Objectives motiviert wird, seinen persönlichen, variablen  Gehaltsanteil zu optimieren, steht dies gegen die Motivation, etwas für das große System Firma oder Partnernetzwerk zu tun. Es sei denn, er kann sich darauf verlassen, dass er nicht allein Wissen in dieser aufwändigeren Form teilt und auch andere fleißig veröffentlichen.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: general | Tags: , ,

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