Oct
03
2010

Compliance Management ist wie Fitness Management

Für viele Firmenleiter, besonders im Mittelstand, ist das Thema Compliance nach wie vor sehr negativ besetzt:

  • es ist kompliziert, anstregend und unverständlich
  • man hat weniger Freiheit
  • Mitarbeiter werden gelähmt und sind frustriert
  • es schafft Abhängigkeiten

Sprich, sie haben den Eindruck, Compliance Management sei schlimmer als die schlimmste Schwiegermutter, wie uns der Spezialist für Marketingstrategie  Wirtschaftskraft diese Woche schilderte.

Ich bin gerade von meinem ersten Halbmarathon in Köln zurück (mir tun alle Beinmuskeln weh, aber es hat sich gelohnt :-) und hatte dabei mal wieder viel Zeit, meine Gedanken schweifen zu lassen. Unter Anderem zum Compliance Management im Vergleich zum Fitness Management. Wenn man sich lange nicht mehr bewegt hat,

  • trägt Bürger einen netten Rettungsring mit sich rum,
  • ist schnell außer Puste, wenn´s ein paar Stufen die Treppe rauf ging,
  • bekommt Schweißperlen beim Essen auf die Stirn,
  • der Elan beim Arbeiten nimmt ab,
  • die Ideen werden weniger,
  • und am Ende des Tages wird vorm Fernseher nur noch abgehangen.

Sich dann noch zum Sport aufzuraffen, fällt verdammt schwer. Wird als überflüssig empfunden und kostet zudem noch Geld für z.B. die Jogging-Ausrüstung oder was auch immer. Ausreden gibt es beliebig, obwohl Bürger weiß, dass er besser was tun sollte.

Ich habe vor 6 Jahren mit Kraftsport (Kieser-Training) angefangen und hatte schon nach einigen Wochen das herrliche Gefühl, wieder Körperspannung zu fühlen. Da bei diesem Sport allerdings die Pumpe zu wenig in Schwung gebracht wird, habe ich vor 2 Jahren zusätzlich mit Jogging begonnen. Inzwischen laufe ich mindestens einmal die Woche eine Strecke von 8-9 Kilometer durch Feld, Wald und Wiese, und habe Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen.

Durch die Erfahrung mit dem Laufen, kann ich inzwischen die Theorie unterstreichen, dass unsere Sprache auf den neuronalen Vernetzungen der Bewegung fußen muss (siehe Buch Als die Wörter tanzen lernten). Denn während der Bewegung kann ich am besten Probleme lösen und Ideen entwickeln. Was ist mit dem Sportmachen besser geworden:

  • Selbstwusstere Körpersprache durch mehr Körperspannung
  • Größere Ausgeglichenheit durch Stressabbau
  • Größere Belastbarkeit durch mehr Ausdauer
  • Mehr Spaß an Problemlösungen durch einen angeregteren Geist

Anfangs musste ich mich zum Sport quälen. Mittlerweile freue ich mich auf meinen nächsten Lauf. Und wenn ich schaue, was mein Invest an Nutzen brachte, kann ich nur jedem empfehlen, sich zu bewegen.
Genauso ist es mit dem bewussten Managen von Compliance. Es ist ja nicht so, dass wir derzeit keine Regeln im Geschäftsleben befolgen. Aber wer kann sicher sein, ob wirklich alle Rädchen im Unternehmensgetriebe richtig laufen, z.B.:

  • Werden alle Rechnungen ordnungsgemäß erstellt bzw. gebucht und die Daten GPDdU-konform bereitgestellt?
  • Werden alle Geschäftdokumente, auch die elektronisch übermittelten für dei Steuerprüfung archiviert?
  • Werden alle elektronischen Geschäftsdokumente datensicher aufbewahrt
  • Werden alle Datenschutzrichtlinien befolgt, speziell im Umfeld der Personalakte?
  • Werden die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt, damit die internen Informationssysteme verfügbar sind und nichts verloren geht?
  • Werden Verträge auf Betrug oder Bestechung überprüft?
  • Wird Diskriminierung und Mobbing ausgeschlossen?
  • Werden die notwendigen Umweltschutzmaßnahmen eingehalten?
  • Werden die Aufbewahrungsfristen für aufzubewahrende Dokumente eingehalten?
  • Werden die Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten geachtet?

Ja, alle diese und die vielen anderen Regeln zu beachten, bedeutet auch Aufwand und anfangs den “inneren Schweinehund überwinden” wie beim Managen der eigenen Fitness. Aber auch hier ist es so, dass Firmen, die die geschriebenen und ungeschriebenen (Wirtschaftsethik) Regeln bewusst managen, Positives bewirken. Complaince Management führt neben den geringeren Risiken für aufgefallene Regelverletzungen auch dazu, dass die Mitarbeiter sich mit der Firma identifizieren können. Und wenn dann noch die Mission von Allen verstanden wird und die Mitarbeiter die Firmenziele bzw. Abteilungsziele als die ihren übernehmen können, ist auch eine Innovationskultur durch intrinsische Motivation geschaffen und die Firma prosperiert fast von allein.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , , ,

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