Jan
17
2012

Compliance-Management schafft es in die Top Ten

Auf der ControllerWissen-Plattform von HAUFE. ist zu lesen, dass die Zukunftsstudie, die in den letzten beiden Heften des Controller Magazins vorgestellt wurde, das Thema Compliance auf die Liste der zehn wichtigsten Zukunftsthemen des Controllings eingeordent hat und sogar auf den vierten Platz.

Dass das Thema Compliance ein wichtiges ist, können wir auf Basis unserer Leserstastiken auf unserem Blog bestätigen. Unter den Allzeit-Top-Ten sind vier Artikel, die sich mit dem Thema allgemein befassen und ein spezielles, das sich mit dem Vernichten von Dokumenten nach dem Scannen beschäftigt. In den letzten vier Monaten findet sich unter den Top Five des letzten Monats immer wieder einer der Artikel aus der Serie von Christine Mummert rund um das Thema Internes Kontrollsystem.

Für die neuen Leser auf dem Blog, die die Fragen stellen, was denn die SAPERION mit Compliance Management am Hut hat, so viel: unsere ECM Suite unterstützt bei der Verwaltung von Dokumenten zum Nachweis des Einhaltens von Regularien bei gleichzeitigem Schutz auf sensible Daten. Freigabeprozesse sorgen für die notwendigen Prüfverfahren z.B. von Vertrags- und Angebotsdokumenten zur Vermeidung von Korruption und damit zur Sicherstellung des “ehrbaren Handelns” und damit wieder des nachhaltigen Wirtschaftens.

Wie ich in dem Artikel Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem rücken durch das BilMoG stärker in den Blickpunkt Mitte 2010 schon ausgeführt habe, liegt das Compliance Management in der Verantwortung der Geschäftsleitung und kann an andere Personen delegiert werden. Große Konzerne haben inzwischen ganze Compliance Management Abteilungen eingerichtet.  Mittelständische Firmen übertragen die notwendigen Aufgaben an vertrauenswürdige Personen wie z.B. den Controller, wie das in dem genannten Artikel des Controller Magazins besprochen wird:

Die Ergebnisse unserer Erhebung zeigen jedoch auch, dass die zukünftig stärkere Beteiligung des Controllings an diesem Thema in erster Linie nicht von den Controllern selbst, sondern von Geschäftsführern bzw. Vorständen vorangetrieben wird. Dies kann auf eine weiter anhaltende Tendenz zu einer stärkeren Regulierung und Kontrolle zurückgeführt werden, die im Zuge der Wirtschaftskrise und ihrer Auswirkungen noch weiter intensiviert wurde. Sie muss vom Management angemessen adressiert werden. Als Ergebnis eines sich daraus ergebenden „Regulierungswahns“ werden Unternehmen zukünftig somit noch stärker darum bemüht sein sicherzustellen, dass nicht nur Gesetze, sondern auch andere Regeln und Richtlinien eingehalten werden. Der empirische Befund zeugt zugleich von der noch immer skeptischen Einstellung vieler Controller dem Thema Compliance gegenüber.

Nun, hier stecken gleich mehrere Botschaften drin:

  1. Der Autor sieht einen Regulierungswahn (schließe mich dem an), dem nicht ausgewichen werden kann
  2. Der Controller an sich würde sich selbst dem Thema gar nicht stellen, sondern wird von der Firmenleitung beauftragt

Im Fazit kommt der Autor zu einem etwas verwirrenden Schluss:

Größer und schwieriger ist der Schritt, auch einen wesentlichen Teil der Kontrollaufgaben im Compliance-Prozess zu übernehmen. Hiermit ist die Gefahr verbunden, dass die Controller von Seiten des Managements wieder in der alten Rolle des Polizisten und Wachhunds gesehen werden (erneuter „Sündenfall“). Hier hilft nur ein stark erklärendes, proaktives Verhalten der Controller. Sie müssen klar machen, dass das alte Zwei-Hüte-Spiel nur eine neue Variante hinzugewonnen hat, der Hut des Business Partners davon aber nicht betroffen ist. Die Manager werden hier sehr sensibel beobachten, ob dies auch tatsächlich zutrifft. Wenn ja, erweist sich Compliance dann nicht als Fremdkörper im Aufgabenset der Controller. Von selbst funktioniert das aber nicht…

Also, der Autor sieht die neue Rolle des Controllers als einen Freund des Business Managers. Diese Rolle würde sich aber vermutlich nicht mit der Rolle des Compliance Managers vertragen. Hm, das würde aber implizieren, dass der Business Manager an sich nicht compliant agieren könnte, wollte er sein Business zum Erfolg zu führen, und der ehrenwerte Compliance Manager würde ihn dabei nur behindern. Dabei gehen wir doch alle davon aus, dass, wer nachhaltig wirtschaftet, immer nur ehrenwert handeln kann. Daher würde ich keinen Konflikt in den beiden Rollen sehen können, oder?

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook Post to MySpace

Download PDF
Written by Dr. Martin Bartonitz in: Compliance,deutsch,general | Tags: , , , , ,

No Comments »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment


− 7 = one

Theme: TheBuckmaker.com Web Templates | Bankwechsel Umschuldung, Iplexx IT Solutions