Dec
10
2010

Das Dreibuchstaben-Akronym BPO – Business Process Orchestration – was steckt dahinter?

Bringen uns solche Videos wirklich weiter? Oder ist es Zeitverschwendung? a) das überhaupt so zu drehen und b) sich anzuhören. Sicherlich drehen wir auch den einen oder anderen kleinen Film mit kurzer Laufzeit und daher wenig Inhalt. Aber ich hoffe doch sehr, dass zumindest anschließend ein wenig mehr klar ist, als bei diesem Beispiel:

Inzwischen wird es immer mehr Mode, über das Ausführen von Prozessen in die Metaphern der Musik zu fallen. Den folgenden Hinweis hatte gestern Jürgen Scheuer im BPM-Netzwerk zu meiner eröffneten Diskussion Ist das Verstehen eines BPMN-Diagramms denn wirklich so schwer? bemerkt

“Prof. Dr. August Scheer (Anmerkung: Erfinder der Ereignisgesteuerten Prozessketten) hat im Jahr 2006 an einer Kundentagung in Luzern verkündet, man habe der Umwelt 30 Jahre etwas Falsches erzählt. Die Unternehmung sei kein „Sinfonieorchester“ es sie eine „Jazzband“.
=> Sinfonieorchester -> Viele Personen -> Partitur -> Ergebnis?
=> Jazzband -> Wenig Personen -> Improvisation -> Ergebnis?”

Und es gibt es auch schon ein Buch, dass das Thema entsprechend aufgreift: High Performance Through Process Excellence – What has Jazz to do with MPE?:

“Jazz and MPE (Anmerkung: Management of Processs Excellence) have more in common than you may realize. Jazz and its inherent improvisation can be used as a metaphor that helps business process engineers deal with the continuous change and dynamic of today’s business environment as they help their organizations pursue high performance. Business process engineers can learn a lot from Jazz musicians.”

Immerhin lassen sich die Bilder schon gut verstehen. Dort, wo Viele in einem mehr oder weniger strukturierten, repetativen Prozess arbeiten, gibt es einen Dirigenten, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Dort wo die Prozesse unstrukturiert sind, arbeiten eigenverantwortliche Profis (siehe auch Auf Ihr Wissen ist wohl auch weiterhin NICHT zu verzichten: Business Experten, Designer, Software-Architekten, Ärzte, …), die sich aufgrund ihrer großen Erfahrung gut auskennen und situativ und dabei virtuos agieren, halt wie in der Jass-Combo. Es gibt kleine Prozesse, die je nach Bedarf und Ereignis aneinander gereiht werden. Halt dynmisches oder adaptives oder smartes oder … Case Management.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , , ,

1 Comment »

  • Dieses Video ist kompletter Schrott, Phrasendrescherei ohne Ende. So ein Quatsch, “Business Process Orchestrierung”! Sorry, aber das ist wieder so was von typisch: Die Business Kasper Welt hat ein paar Begriffe aus modernen IT-Architekturfragen aufgeschnappt (Orchestrierung) und sich irgendwie zusammengereimt, dass sich das gut anhört für “Die Prozesse müssen gut miteinander interagieren”. Na herzlichen Glückwünsch, wem darf ich sein Diplom für diese Erkenntnis überreichen?

    Das war schon damals bei SOA so, bei SOA steckt “service-orientiert” drin und das klingt irgendwie nach “kundenorientiert”, und bumms, plötzlich war SOA das große Gesamt-Thema wie ich mein Unternehmen besser organisiere.

    Kompletter Bullshit, so werden Begriffe die in der IT sehr konkret, hilfreich und aussagekräftig sind, wie z.B. die Orchestierung in der Process Execution IN ABGRENZUNG zur Choereographie, durch den Marketing-Wolf gedreht, dadurch verbrannt, und bei meinem nächsten Kundentermin, wenn ich den Begriff einführe, heißt es plötzlich “Ach nee Herr Freund, mit Ihren Marketing-Phrasen brauchen Sie uns ja gar nicht zu kommen”. Vielen Dank dafür!

    Sowas nervt mich wirklich. Schönes Wochenende.

    Jakob

    Comment | 11 December 2010

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