Dec
05
2010

Der Köder sollte dem Fisch schmecken und nicht dem Angler! Zur Einführung von Geschäftsprozessmodellierung mit BPMN

Ich habe letzte Woche im BPM-Netzwerk die Frage gestellt: Ist das Verstehen eines BPMN-Diagramms denn wirklich so schwer? Hintergrund waren Berichte von Kollegen, die Widerstand in den Fachbereichen im Umgang mit grafischen Prozessmodellen erfahren hatten.

Dieser Frage ist einer der ersten nach BPM CBOK™ zertifizerten BPM-Experten und Geschäftsführer der ibo Beratung und Training GmbH, Dr. Guido Fischermanns (siehe auch Die BPM-Wolke nimmt weiter Strukturen an), schon in seinem Post BPMN 2.0 – der richtige Umgang mit ersten Widerständen im April dieses Jahres nachgegangen. Er plädiert für mehr Ehrlichkeit  bei der Einführung. Denn der Fachbereich hat nicht die wesentlichen Vorteile. Sie liegen eher bei der Organisation sowie der IT. Wenn also die Dokumentation von Prozessen keinen direkten Mehrwert für die Fachbereiche bringen, dann überzeugen hoffentlich die übergeordneten Ziele des Unternehmens, die Prozesse effizienter zu gestalten.

Klaus Weber von der Schweizerischen Post zitiert in einer Antwort auf die oben gestellte Frage noch Prof. Dr. H.-Ch. Röglin und geht auf einen typisches Change Mangement Aspekt en: “ Ein Angebot, das man einem Menschen ( einer Gruppe) macht, muss zwei Bedingungen gleichermassen erfüllen, wenn es akzeptiert werden will:

  • das Angebot muss aus der Sicht Desjenigen, dem man das Angebot macht und nur auf diese Sicht kommt es an, eine Problemlösungskompetenz enthalten für die von ihm empfundenen Probleme,
  • das Angebot muss zudem von ihm als glaubwürdig und vertrauenswürdig empfunden werden.“

Herr Fischermanns empfiehlt in seinem Post zudem, die BPMN nur für Routineprozesse zu nutzen. Der überwiegende Rest von vermutlich 60-80% (siehe auch die Erkenntnisse der BPM-Community) sollten besser in einer für den Fachbereich verständlichen Darstellung beschrieben werden.

Und den Verantwortlichen der Unternehmensorganisation empfiehlt er:

Die Organisatoren alter Schule sind gut beraten, die neue Notation aktiv aufzugreifen und differenziert anzuwenden: BPMN für standardisierbare Routineprozesse, leserliche Arbeitsanweisungen für alle anderen unregelmässigen Prozesse. Dann füllen sie eine für jedes Unternehmen wichtige Rolle als Mittler zwischen Fachbereich und IT aus. Und dann verdienen sie auch den Namen eines Business-Analysten, der die Anforderungen der Fachbereiche in eine für den IT-Bereich verständliche Sprache - eben BPMN - übersetzt und umgekehrt.

Seiner Ansicht “BPMN ist aus meiner Sicht gut, notwendig, und der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Und genau deshalb liegt mir der Erfolg dieser Standardnotation am Herzen.” möchte ich mich unbedingt anschließen!

Und weil wir das Potential des Standards schon letztes Jahr erkannt haben,haben wir uns frühzeitig zusammen mit unserem Partner Signavio auf die Reise zum BPM-Round-Trip Engineering gemacht.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch | Tags: , , , ,

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