Sep
14
2010

Die AusweisApp kann auch Dokumente signieren und Signaturen verifizieren

Mit dem neuen Personalausweis bekommen wir, wenn wir wollen, einen elektronische Identifikationsnummer, die so genannte eID. Mit dieser können wir Bürger uns gegenüber Internetanwendungen, wie im Post Neuer Personalausweis: AusweisApp löst Bürgerclient ab beschrieben, authentifizieren. D.h. es wird ein gegenseitiges Vertrauen zwischen mir und der Anwendung aufgebaut. Aber die AusweisApp kann noch mehr. Über sie kann ich mir von einem Zertifizierungsdiensteanbieter, kurz ZDA, z.B. die Tochter  D-Trust der Bundesdruckerei, ein persönliches Zertifikat zum Signieren auf meinen Test-Ausweis aufspielen. Dies habe ich mir vor zwei Wochen bei der Bundesdruckerei zeigen lassen.

Voraussetzung ist das Lesegerät der Klasse “Komfort” mit einer Tastatur und einem eigenen Display. Über die Web-Site Nachladen Ihres qualifizierten Testzertifikats der D-Trust wurde ich über die Schritte Start – Zertifikatsangabe – Sperrinformationen – Erklärungen – Bestätigung – Erstellung des Zertifikats – Ergebnis geführt. Diese Anwendung muss wie alle anderen Internetanwendungen auch, die mit meinem Ausweis Daten austauschen möchte, sich als vertrauenswürdig ausweisen. Erst als durch Pn-Eingabe zu meiner eID eine gesicherte Verbindung aufgebaut war, ist zuerst mein Ausweis für das Aufladen des Zertifikats vorbereitet worden. Sprich ich habe noch eine weitere PIN für das spätere Signieren festgelegt.

D-Trust Web-Site zum Nachladen von Signatur-Zertifikaten

D-Trust Web-Site zum Nachladen von Signatur-Zertifikaten

OK, der gesamte Prozess ist sicherlich nicht von meinem 80 jährigen Vater ohne Unterstützung durchführbar. Es sind immerhin 4 verschiedene Anwendungsdialoge unterschiedlicher Anwendungen beteiligt:

  1. Web-Site der D-Trust (siehe Abbildung)
  2. AusweisApp – auf dem PC zu installieren
  3. Kartenlesetreiber auf PC mit blauem Dialog mit weißer Schrift
  4. Display auf dem Kartenlesegerät

Aber ein halbwegs geübter PC-Anwender kommt ganz gut durch diesen Prozess.

Nach dem Aufspielen des Zertifikats haben wir auch gleich das Signieren eines PDF-Dokuments als auch das Verifizieren mit der AusweisApp durchgeführt. Das war auch sehr einfach.

Aber billig ist es nicht. Das für das Signieren notwendige Kartenlesegerät kostet ab 100 €. Das Zertifikat für 3 Jahre einen höheren, zweistelligen €-Betrag.

Wenn die Bürger mitspielen sollen und damit die Prozesse der Kommunen und Firmen effizienter, weil elektronischer, d.h. ohne Papier erfolgen soll, dann befürchte ich, dass die Nutzung der freiwilligen Signaturfunktion ohne noch stärkere Subvention als über die aktuelle Förderung von 24 Millionen  € durch den Staat (-> IT-Sicherheitskits) nicht zum Laufen kommt.

Übrigens ist SAPERION compliant für das Aufbewahren signierter Dokumente als Beweis für allfällige Zivilprozesse. Auch das Neusignieren qualifizierter Dokumente kann nach Bedarf (siehe Signaturgesetz und -verordnung) nach dem ArchiSig-Konzept, d.h. LTANS/ERS-konform durchgeführt werden.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , ,

2 Comments »

  • “Aber billig ist es nicht. Das für das Signieren notwendige Kartenlesegerät kostet ab 100 €. Das Zertifikat für 3 Jahre einen höheren, zweistelligen €-Betrag.” – das ist wohl das Hauptproblem, warum ich nicht glaube, dass sich das durchsetzen wird.

    Comment | 24 September 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Ja, der Preis zumindest was, das Signieren betrifft, ist sehr hoch und den Vorteil hat weniger der Bürger sondern der Anbieter, der sich die Papierverwaltung sparen könnte.
    Ich habe heute auf dem Signaturtag des VOI und TeleTrust gesagt, dass hier seitens der Verantwortlichen eine Chance nicht genutzt wurde. Man hätte einen Font auflegen sollen, in den die potentiellen Nutzer hätten einzahlen sollen. Mit diesem Geld hätten dann Geräte und Zertifikate für die Bürger bezahlt werden können. Dann sollte sich der neue Personalausweis auf jeden Fall auf die Reise machen können.
    Auf der anderen Seite: was sind schon 100 €, wenn ich schaue, wie viel andere Technik für mehr Preis privat gekauft wird …

    Comment | 24 September 2010

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