May
05
2010

Die europäische Versicherungswirtschaft steht vor der Einführung eines Rettungsboots: Solvency II

Ergebnis der Studie: Implementierungsstrategie

Ergebnis der Studie: Implementierungsstrategie

Mit Solvency II steht der Versicherungswirtschaft eine tief greifende Umwälzung, ja ein Paradigmenwechsel für ihre unternehmenspolitischen Entscheidungsprozesse bevor. „Solvency II und Risikomanagement verfolgen keinen regulatorischen Selbstzweck. Vielmehr muss es im ureigensten Interesse der Wirtschaft selbst liegen, für stürmische und turbulente Zeiten gerüstet zu sein und nicht zum Spielball interner oder externer Risiken zu werden.“, so Dr. Thomas Steffen, Erster Direktor Versicherungsaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Versicherungsaufsichtskonferenz (CEIOPS) .  Steffen weiter: „Wir alle haben zu Beginn dieses Jahrtausends gelernt, dass man Rettungsboote nicht erst im Sturm baut.

So fängt die Summary der ersten deutsche Benchmark-Studie zum Status Quo und den Erwartungen zu Slovency II an. Autoren der Studie sind Frank Romeike und Dr. Roland F. Erben (RiskNET – The Risk Management Network), Prof. Dr. Matthias Müller-Reichart (Lehrstuhl für Risiko-Management an der Fachhochschule Wiesbaden), Geleitwort von Dr. Thomas Steffen, Erster Direktor Versicherungsaufsicht, BaFin Geleitwort von Dr. Bernhard Schareck, Präsident des GDV.

Ein erfreuliches Ergebnis der Versicherungsbefragung zeigte sich in der Stellenwertverbesserung des Risikomanagements, welches immer deutlicher als Werttreiber  wahrgenommen wird. Fast alle Befragten (94 Prozent, siehe Abbildung 1) können der Aussage zustimmen, dass ein intelligentes Risikomanagement einen Wettbewerbsvorteil  darstellt und wollen bei ihren Implementierungsbemühungen sogar über das von Solvency II geforderte Mindestmaß hinausgehen.

Solvency II ist ein Projekt der EU-Kommission zu einer grundlegenden Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa, vor allem der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen.  Solvency II wurde am 10. November 2009 von den EU-Finanzministern verabschiedet. Nach Erlass der entsprechenden Durchführungsbestimmungen wird Solvency II voraussichtlich von 2012 an national umgesetzt.

Wie bei Basel II wird ein 3-Säulen-Ansatz verfolgt, anders als bei der Bankenbranche stehen aber weniger die Einzelrisiken, als vielmehr ein ganzheitliches System zur Gesamtsolvabilität im Zentrum. Neben quantitativen (steht jederzeit ein ausreichendes Solvenzkapital zur Verfügung?) werden hier auch qualititive Aspekte (besteht ein adäquates Risikomanagementsystem im Unternehmen?) betrachtet.

Mich interessierte heute, in wie weit ein ECM-System als Plattform dienen kann, um die organisatorischen Anforderungen von Solvency II technologisch zu unterstützen. Dokumentiert werden müssen zu jedem  Risiko die beteiligten Organisationen sowie die Prozesse. Für die Übersicht dieser beiden gibt es Tools im ECM. Des Weiteren sind die Risiken mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, der Relevanz und der Stärke in Bezug auf den zu erleidenden Verlust zu listen. Hierzu gehören genauso die Verantwortlichen sowie der Turnus, in dem die Risiken erneut geschätzt werden sollen.

Auf Basis des Risikowertes sind zudem Maßnahmen zu listen, die helfen das Risiko zu mindern. Hier müssen ebenfalls Verantwortliche eingetragen werden sowie Termine, bis wann zu erledigen. Ein Dashboard dient der Darstellung der Risikoberechnungen sowie Änderungen durch Maßnahmen.

Treten Schäden ein, werden auch diese wieder protokolliert.

Dazu gehört noch ein Berichtswesen, denn eine Versicherung muss ja compliant sein und sich durch ein Audit bestätigen lassen, um ab 2012 nicht die Lizenz zu verlieren.

Eine Oberfläche könnten entsprechend so aussehen:

Mögliche Oberfläche eines Solvency II Szenarios

Mögliche Oberfläche eines Solvency II Szenarios

Unterm Strich sicherlich kein Hexenwerk. Wer also ein ECM-System im Einsatz hat, könnte sich sein Risikomanagement auch auf dieser Basis unterstützen lassen. Gut etwas komplexer kann es werden, wenn man nicht die Standardrisikoberechnungsformeln der GDV verwendet sondern individueller sein will.

Kunden machen dies u.a. schon zum Thema SAS 70 Compliance.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , ,

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