Nov
18
2010

Die nachträgliche Erschließung wahllos gespeicherter Daten kann mit der Suche nach Diamanten in einer Mülldeponie verglichen werden

so formuliert Dr. Bruno Wildhaber, Berater für Compliance und Records Management. In seinem Artikel Von der Datenflut überschwemmte Unternehmen – Strategischer Umgang mit Daten und Informationen verlangt nach neuen Lösungen macht er deutlich, dass eine Speicherstrategie nach dem Motto “Speicher kostet nichts” in eine hoffnungslose Überflutung führt. Zudem sei es zwar so, dass das GByte an sich nur 30 Schweizer Rappen kostet, aber die Kosten rund um die Pflege desselben leicht 3.000 Franken beträgt. Viel schlimmer ist dagegen, dass in all dem Müll die wichtigen Goldbarren übersehen werden. Ein Verlass auf die intelligente Suchmaschine wird seiner Meinung nach in die Irre führen.

Daher sieht er vermehrt die Aufgabe in den die  Informationen erzeugenden Sachgebieten. Hier geht es um den verwantwortungsvollen Umgang beim Ablegen der Daten. Vorrang hat Vermeidung von unnötiger Datenspeicherung sowie Löschen von mittlerweile wertloser Information. Und wenn gespeichert wird, dann doch genügend strukturiert, so dass leichter wieder gefunden werden kann. Diese Aussage steht diametral zu den Verfechtern, dass die Volltextsuchmaschienen schon wieder alles ans Tageslicht bringen wird.

Wer allein aus Compliance-Gründen der Einfachheit-halber alle E-Mails speichert, legt dabei vier fünftel nicht Geschäftsrelevanter Informationen auf den Datenmüll.

Mit den sozialen Web 2.0 Anwendungen wird noch mehr kommuniziert und Daten erzeugt. Auch die Web-Auftritte der Firmen werden immer “dynamischer”, so dass das Archiveren zum Nachweis, wann was auf der Web-Site stand, auch immer mehr wird.

Mir scheint, dass der Berufsstand der Wissensmanager wieder in den Fokus rücken wird. Es Bedarf Konzepte und Methoden, wie der Informationsflut koordiniert begegnet werden kann. Es braucht nur die nützlichen Informationen, die in den Prozessen zur Generierung neuen Wissens für anstehende Entscheidungen in den aktuellen Fällen heran gezogen werden können.

Wenn dann auch noch die Kernanwendungen mit den sozialen Web 2.0 Tools kombiniert werden, z.B. Chatten mit dem Kollegen zum aktuellen Fall und Archivierung des Chats zum Nachweis der Entscheidungsfindung, ist sicherlich auch dem Anspruch des geschäftlichen Mehrwerts durch diese Tools erreicht. Siehe dazu auch den interessanten Beitrag der BPM-Beraterin Sandy Kemsley: Time For Enterprise 2.0 To Get Enterprisey

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , ,

1 Comment »

  • Axel Kroll

    Das ist ja auch der Grund, warum Mikrofilm oder ähnliche Methoden für Langzeitspeicherung nicht sinnvoll sind. Es geht darum, Dinge wiederzufinden, die reine Ablage ist zweitranging. Daher muß man eine klare Strategie haben, wie man Daten auch in 50 Jahren finden und lesen kann. Daten dann von optischen Medien per Mikroskop zu lesen, ist herzhaft sinnlos, denn das ist genau der große Heuhaufen.

    Comment | 18 November 2010

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