Nov
20
2009

Die neue BPM(N)-Bibel kommt

Ich hatte die Gelegenheit, als einer der Ersten einen Blick in ein neues Buch zur neuen Version 2.0 von BPMN zu werfen (Praxishandbuch BPMN) und kann dieses Buch nur Allen empfehlen, die sich mit dem Thema Geschäftsprozessmodellierung befassen, es direkt zu bestellen. Auch wenn es erst im Januar auf den Markt kommt.

Ich bin einfach nur begeistert über dieses Buch und erachte es  als die kommende “BPM-Bibel”. Mir hatte schon das neue Buch von Bruce Silver zur Version 2.0 der BPMN Spezifikation gefallen, doch das Buch der Autoren Jakob Freund, Bernd Rücker (camunda) und Thomas Henninger (MID) toppt es deutlich. Die mit der BPMN Version 2.0 aufkommende neue Aufbruchstimmung im Markt des Geschäftsprozessmanagements ist in jeder Zeile wahrnehmbar. Der Schreibstil ist erfrischend locker und die Texte lassen sich entsprechend flüssig lesen. Das Buch stopft mit der von den Autoren entwickelten Vorgehensmodell bei der Einführung und Nutzung von BPMN ein bisher klaffende Lücke. So wird beschrieben, wie die Modelle von der Phase der Strategie, über die Dokumenation des Ist-Zustands bis hin über Soll und Ausführung der Modelle in einer Process Engine genutzt werden können und sollen.

Auch nehmen die Autoren keine Blatt vor den Mund, was die Luft zwischen blumigen Marketingaussagen der Hersteller – ich stehe selbst auf dieser Seite – und den aktuellen Möglichenkeiten des BPM Round-Trip Engineering angeht. Auf der einen Seite werden daher Alle, die sich schon ein Wolkenkuckuksheim gebaut haben, erst einmal auf den Boden der Tatsache zurück geholt. Sie geben aber einen abschließend positiven Ausblick, dass das Ziel der Durchgängigkeit von Prozessmodellen aus den unterschiedlichen Sichten der Manager, Organisatoren und Techniker nicht mehr weit ist.

Den Autoren merkt man in allen Kapiteln ihren inzwischen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit der BPMN an. Besonders bemerkmarbar macht sich das in den vielen Fallbeispielen und ihren Varianten der Modellierung. Es bleibt nichts offen, denn auch Nachteile sowie Lücken der Spezifikation werden angesprochen.

Ein besondere Pionierleistung liegt in der Besprechung der neuen, so genannten Serialisierung der BPMN. Diese ist auch der Grund für die Aufbruchstimmung. Sie ebnet nun endgültig den Weg der Modelle aus den BPMN-Malwerkzeugen hinein in Workflow bzw. Process Engines.

Die Autoren sprechen noch ein weiteres wichtiges Thema an, dass sich in den letzten beiden Jahren als notwendige Erweiterung für die Process Engines herausgestellt hat. Geschäftsprozesse sind häufig nicht trivial in Bezug auf Entscheidungen. Als Beispiel sei hier nur die Bestimmung der Freigeber einer Rechnung auf Basis von Positionen, Kostenstelle, tangiertes Projekt und Höhe des Betrags. Es wird beschrieben, wie eine Process Engine mit einer Rule Engine kombiniert werden kann und welche Möglichkeiten BPMN schon jetzt für diesen Fall bietet.

Man darf übrigens weiter gespannt sein. Ich habe aus erster Quelle erfahren, dass es bald ein BPMN-Tool gibt, das das beschriebene Vorgehensmodell direkt unterstützen wird.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,language | Tags: , , , ,

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