Jul
22
2010

Entmachtet der “soziale” Wissenstransfer im Web 2.0 die Redakteure? Manipulation ade? Es lebe der Journalist!

Ich bin gerade auf einen interessanten Satz gestoßen: “Ist die Nachricht wichtig, wird sie mich finden“, und dabei auch auf eine mir einleuchtende Schlussfolgerung. Die alten Medien Zeitung und Fernsehnachrichten werden langsam durch die Informationen verdrängt, die sich im Internet durch Blogs, Wikis, Expertenplattformen oder in sozialen Netzwerken verbreiten. Demnach bilden wir uns immer mehr Meinungen durch Empfehlungen vieler Vertrauter im Netz. Und sind wir ggf. dadurch weniger Manipulationen aufgrund nur weniger Nachrichtenquellen ausgesetzt und werden zunehmend mündiger, weil differenzierter informiert?

Ich selbst bin auf diesen Aspekt auch schon aufmerksam geworden. Ich hatte mich bei unseren Partnern erkundigt, ob Sie unseren Blog inzwischen verfolgen. Diejenigen, die das schon taten, gaben auch gleich Feedback. Sie seien froh, dass wir für sie relevante Informationen rund um unser gemeinsames Arbeitsgebiet aufbereiten und nutzen zunehmend auch Informationen aus anderen Blogs. Die Kehrseite ist dann zwar, dass wieder zu viele Informationen aufschlagen. Aber die wichtigsten werden dann doch auf einen Blick erkannt oder durch besondere Empfehlung gelesen.

Das scheint mir ein weiterer positiver Effekt der Schwarmintelligenz zu sein, die ich in diesem Post Ist unsere Schwarmintelligenz nützlich oder gefährlich? Web 2.0 basierte Online-Dienste jedenfalls schwärmen von und werben mit ihr noch als eher kritisch gewürdigt hatte. Aufgrund der Vielfalt der ausgetauschten Argumente im Netz ist  eine nachhaltige Manipulation der Netzbürger doch immer unwahrscheinlicher?

Noch teilen sich zwar nur etwa 1/10 der Netzbürger intensiv durch dauerhafte Beiträge mit, der Trend nimmt aber zu. Ein Kollege wird dazu noch berichten.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , ,

1 Comment »

  • Henning Emmrich

    Ich bin mir nicht sicher, insbesondere was die Manipulation angeht. Auch der Schwarm ist interessiert an “Geschichten”. Das Interesse an “hast Du schon gehört” ist nach wie vor groß und – genauso wie die Bereitschaft bestimmte Dinge zu glauben und weiterzutragen.
    So passiert es immer wieder, dass Stories unreflektiert und unüberprüft von Blog zu Blog, bzw. von Twitterer zu Twitterer getragen werden. So, wie wir es ja auch von der E-Mail-Gattung Hoax kennen (“Bonsai Kitten”).
    Ich bin der Meinung, dass man heute – wenn man gesicherte Information möchte – sehr viel Arbeit in die Überprüfung der Quellen investieren muss. An dieser Stelle können sich Online-Journalisten – oder Blogger – etablieren.

    Comment | 23 July 2010

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