Jul
15
2011

Erfolgsfaktoren von Prozessmodellierungsprojekten: eine Case Study

Im letzten Monat besuchte ich nach etwas Abstinenz wieder den letzten Workshop der Berliner BPM-Offensive vor der Sommerpause. Thema war dieses mal BPM Governance.  In seinem Impulsvortrag präsentierte Prof. Dr. Jan Mendling von der Humboldt Universität zu Berlin in seinem Präsentationsbeitrag ein Modell mit Erfolgsfaktoren von Modellierungsprojekten, welchen ich sehr interessant fand (s. Abb. “Process Modelling Sucess Model”).  Dessen Erläuterung und Entstehung möchte ich in diesem Beitrag näher beleuchten. Erstanden ist das Modell bei der Bearbeitung einer PhD  Thesis von Wasana Bandara von der Queensland University of Technology in Brisbane. Wasana entwickelte strategisch eine komplettes Umfrageprogramm für den Schwerpunkt “Erfolgsfaktoren und Kennzahlen in der Prozessmodellierung”. Die Hauptfragen, die sie mit ihrer Arbeit beantworten wollte, sind:

  • Wie können Unternehmen den Erfolg von Modellierungsprojekten fördern?
  • Welche bedingten Erfolgsfaktoren gibt es?
  • Welche Dimensionen eignen sich, um den Erfolg von Projekten zu messen?  [1; s. 339]
Process Modelling Sucess Model

Process Modelling Sucess Model

Zu Beginn entstand nach einer Literaturrecherche ein vorläufiges Modell, nachdem eine Abgrenzung von Faktoren zur Nutzung eines Informationssystem und dessen Beziehung zu Prozessmodellierung stattfand. Somit bildete sich eine Unterscheidung nach projekt- (Modellierungserfahrung, Teamstruktur, Benutzerkompetenz, Kommunikation, Projektmanagement, Management Support, Benutzermitwirkung) und  modellierungsspezifischen Faktoren (Modellierungstechnologie, Modellierungssyntax, Modellierungstools).
Wichtig war dies, um im Nachhinein aus diesen Faktoren entsprechende Kennzahlen wie Modellqualität, Benutzerzufriedenheit, Modellnutzung und Modellbedeutung zu ermitteln. [1; 87-95]

Das vorläufige Modell diente nachfolgend zur Planung und Durchführung einer Studie, die Online und Papier-basierend mit 290 Teilnehmer stattfand.  Dabei handelte es sich um Teilnehmer aus neun großen Modellierungsprojekten aus den australischen Organisationen wie Qeensland Rail, Telstra und Queensland Treasury.

Diese Auswertung der Daten fand statistisch statt und es ergaben sich drei kontextabhängige Faktoren (s. Abb. “Process Modelling Sucess Model” ) wie Top Management Support, Projekt Management und Ressourcenerreichbarkeit. Diese sind im Zusammenhang als “kritisch” zu sehen im Gegensatz zu den modellierungsspezifischen Faktoren wie Modellierungshilfsmittel, die in die Planung der Projekte sinnvoll eingebracht werden können.

Aus den Erfolgsfaktoren resultierten die Kennzahlen Modellqualität,  Modellbedeutung und Modelleffizienz, die in Zusammenhang mit dem Kontext “Komplexität” und “Bedeutsamkeit” des Projektes stehen [siehe unten 1; S. 340 u. S. 123 u. S. 343]. Damit können die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Planung von zukünftigen großen Modellierungsprojekten genutzt werden.

Aus meiner eigenen Erfahrung zur unserem aktuellen Prozessmodellierungsprojekt zur ISO 9001 bei der SAPERION AG kann ich bestätigen, dass es gerade an der Ressourcenverfügbarkeit klemmt, sprich die Mitarbeiter aus dem Tagesgeschäft auslösen zu können. Sehr hilfreich ist auch ein professionelles Tool wie den Signavio Process Editor nutzen zu können. Gerade die kollaborativen Funkionen erlauben eine schnelle Modellierung bis hin zu Freigabe.

Mein kleiner Artikel enthält nur einen  groben Überblick. Wer tiefer in die Arbeitsergebnisse eintauchen möchte, dem empfehle ich die Thesis (siehe unten) zu lesen.

Quellen:

[1] Bandara, Wasana. Process Modelling Success Factors and Measures (PhD Thesis). Brisbane, 2007


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