Apr
18
2010

Ethik & Wirtschaft: Compliance Kampagne für Saubere Kleidung

Kampagne für Saubere Kleidung

Kampagne für Saubere Kleidung

Gestern noch hatte ich in meinem Post Licht im Compliance Dschungel? Deloitte sieht Prozessoptimierung durch Zusammenlegung von Compliance und Risk Management
zuletzt bemerkt, das es Hoffnung für eine gerechtere Welt gibt, da fast alle Befragten einer Umfrage durch Kienbaum 2008 der Meinung sind, dass Ethik und Wirtschaft vereinbar sind.
Dass das ein sehr schwieriges Unterfangen ist, zeigt sich offensichtlich im Bereich der Beschaffung. Damit wir alle Waren günstig einkaufen können und damit unser Wohlstand gesichert bleibt, wird selbst billig in Drittländern produziert oder dort eingekauft. Besonders sind unsere Discounter hier aktiv. Dass die Arbeitssituation in diesen Drittländern nicht zum Besten steht, erfahren wir regelmäßig aus Zeitungs- und Fernsehberichten. Inzwischen kommen immer mehr Fair-Trade-Waren in die Läden, so dass wir privat durch ihren Kauf steuern können, wie es in den besagten Ländern zugeht.

Fairer Handel

Fairer Handel

Damit sich aber noch mehr in den Firmen tut, sprich sich ein Kodex zum fairen Umgang mit den Arbeitnehmern in den Drittländern ausbildet, ist speziell die Kampagne für Saubere Kleidung Ende letzten Jahrtausends auf den Weg gebracht worden. So haben durch die Arbeit der Kampagne z.B. immer mehr Gemeinden beschlossen, dem Kodex der Kampagne zu folgen und bei der Beschaffung von Bekleidung nur noch solche Firmen zuzulassen, die ebenfalls entsprechende Regeln befolgen.

Speziell die Veröffentlichung von Studien im Umgang von Firmen wird diese dazu bewegen, die Arbeitsrechte auch in den Drittländern zu befolgen. Siehe z.B. die Informationen über Lidl:

“Die CCC-Studie über Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten von Lidl in Bangladesh hat herausgefunden, dass ernsthafte Arbeitsrechtsverletzungen stattgefunden haben: es gibt keine Gewerkschaften oder Arbeiterversammlungen. ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie werden üblicherweise gezwungen 2 Stunden am Tag, manchmal mehr, Überstunden zu arbeiten, und das oft unbezahlt. Die Bezahlung ist häufig intransparent und für die Näherinnen nicht nachvollziehbar. Frauen werden meistens schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen (Anmerkung des Autors: das gilt ja leider auch bei uns in Deutschland) und werden oft diskriminiert; manchmal werden die Arbeiterinnen von den Aufsehern, die gewöhnlich Männer sind, geschlagen. Wenn eine Arbeiterin krank wird, verliert sie ihre Stelle und muss für alle medizinischen Kosten selbst aufkommen.”

Durch den Einsatz solcher Organisationen und durch unser eigenes Verweigerungshandeln können wir die Firmen dazu bewegen, Regeln zu befolgen und den monetär fühlbaren Imageschaden zu vermeiden.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , , ,

1 Comment »

  • Dr. Martin Bartonitz

    Nachdem schon Apple böse aufgefallen ist, in ihren asiatischen Produktionsstätten nicht für angemessene Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten zu sorgen, kam gerade noch eine Meldung über das Handelsblatt rein:
    Adidas und Puma: Vorwurf der Arbeitsrechtsverletzung
    Die “Kampagne für Saubere Kleidung” wirft den Sportartikelherstellern Adidas und Puma Arbeitsrechtsverletzungen bei einem Auftragnehmer in Mittelamerika vor.

    Im Prinzip sind die Arbeitsbedingungen gemessen an den üblichen Landeskriterien sogar richtig gut. Gemessen an unseren Standards werden wir uns gruseln, so arbeiten zu müssen. Aber genau das bringt die Globalisierung mit sich. Es lässt sich außer Landes in dieser Form immer viel kostenkünstiger trotz der langen Transports produzieren. Wir Konsumenten als Triebfeder als Schmiermittel unserer Wirtschaft freuen uns einerseits über die niedrigen Preise. Wenn unsere Moral anschlagen würde, müsste wir solcher produzierte Ware verweigern. Aber wer viel schon nicht gerne Hip sein, einen Markenartikel vorführen. Schließlich lässt sich damit demonstrieren, wie die eigene Fittness aussieht. Und leider können gerade unsere Mitbürger am untere Ende unserer sozialen Leiter nicht umhin, am Grabbeltisch einzukaufen, denn sonst reicht das Geld nicht, um den Kinder mal einen Kinogang zu können. Und so halten schließen wir die Augen vor dem Kreislauf. Nein, habe ich gerade in dem neuen Buch von Richard David Precht gelernt. Die kognitiven Dissonanzen gleichen wir galant mit Ausreden aus, so dass wir uns morgen doch beim Zähneputzen in die Augen schauen können. Alles eine Frage der natürlichen Evolution. Sonst hätten wir es bisher her nicht gebracht.

    Nur, ob wir so weiter machen wollen? Ich bemerke zunehmend ein bewussteres Umgehen mit unsere Resourcen, auch und gerade unseren menschlichen in anderen Ländern. Auch wenn sie weit weg und damit anonymer sind, eine Kaufentscheidung fällt auch immer mehr unter dem Aspekt, ob auch Resourcen-schonend bzw., wie es eit kurzem immer häufiger sogar in Firmenleitungsetagen zu hören ist, nachhaltig produziert wurde.

    Ich wünsche uns allen eine bessere Welt und dass gerade in Davos die eine oder andere Weiche daüfr gestellt wurde.

    Comment | 31 January 2011

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