Gartner wirbt mit alten Weisheiten für die diesjährige BPM Summit in London
Wie stellen Sie sicher, dass Ihr BPM Projekt richtig aufgestellt ist?
Gartner’s Vice President Bill Rosser präsentiert die seiner Meinung nach wichtigsten sieben Richtlinien für ein erfolgreiches BPM Projekt:
1. Limited scope. Fang klein an, nicht mit dem Kernprozess von Anfang bis Ende …
Kommentar: Das habe ich schon, als ich noch für COSA Workflow aktiv war, Mitte der 90er empfohlen.
2. High value. Die Verbesserung der Unternehmensleistung muss als großer Mehrwert hinsichtlich der Erreichung der gewünschten Ergebnisse betrachtet werden
Kommentar: Hm, würde man sonst etwas verbessern wollen …
3. Clear alignment to goals. Ausrichtung des Projekts mit wichtigen Unternehmens- oder Bereichszielen und -strategien
Kommentar: Das wird in jedem Projektmanagementkurs geschult …
4. The right metrics. Nur mit Messungen kann die notwendige Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit hinsichtlich des Werts von BPM-basierenden Verbesserungen erreicht werden
Kommentar: Auch schon lange bekannt und leider speziell in Deutschland besonders im Mittelstand nur zögerlich genutzt
5. Goal agreement. Alle relevanten Process Stakeholders müssen zusammenarbeiten und sich auf die zu erzielenden Prozessverbesserungen einigen
Kommentar: Es ist in jedem beliebigen Projekt schwierig, wenn nicht unmöglich, wenn nicht alle an einem Strang zeihen. So sind schon viele Prozesse gescheitert.
6. Enthusiastic business sponsor. Nur mit einem solchen können die Ideen schnell ins Unternehmen und damit das Projekt auch schnell zum Erfolg kommen.
Kommentar: Hier werden die Change Management Werkzeuge angesprochen, aber auch nicht unbedingt BPM-spezifisch
7. Business user engagement. Wenn man die Leute bekommt, die die eigentliche Arbeit im Prozess machen, kann dies beosnders helfen
Wenn ich ehrlich bin: die Eingangsfrage hätte auch ohne BPM formuliert werden können. Erwartet hätte ich eher eine Empfehlung, mit welcher konkreten Methode die Prozesse verbessert werden sollten. Kein Wort zu TQM, Lean, Six Sigma oder dem neuen Customer Expectation Management (CEM). Auch kein Hinweis, dass es für ein kontinuierliches Prozessverbessern einen Prozessmanager braucht, der sich verantwortlich darum kümmert, dass diese über Bereichsgrenzen hinweg reibungslos laufen.
Ich werde wohl dieses Jahr nicht zur BPM Summit nach London gehen.
Der volle Text: Seven Major Guidelines for a Successful Business Process Management Project
Die Gartner BPM Summit 2010
3 Comments »
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Und da ist noch jemand der Meinung, dass bei Gartner die letzten 20 BPM-Jahre verschlafen wurden:
http://www.bpmredux.com/blog/2010/2/11/has-gartner-fallen-asleep-with-bpm-research.html
8. Less is more.
Beschränke dich auf dem Hauptpfad (90%) und regele alle selten (oder nie!) betretenen Pfade des Prozesses pragmatisch per Telefon oder auf dem kleinen Dienstweg (früher gings ja auch).
Davon gibt es erfahrungsgemäß viele, denn alle unseren Beteiligten wollen sich ja einbringen:
- die Fachanwender
- die “Stakeholder” des Prozesses
- der Business Sponsor …
So erhalten wir ein übersichtliches, einfaches Design und vermeiden die gefürchteten -weil untestbaren- Prozesstapeten.
[...] Gartner möchte ich auf einen dort genannten Punkt eingehen, der schon lange bekannt ist, wie auch Dr. Bartonitz in seinem Blog schreibt. Aber dennoch führt dieser Punkt immer wieder dazu, dass Projekte scheitern. Ich möchte [...]