Dec
09
2010

Geschäftsprozessmanagement: zu leistungsstarke Teammitglieder bremsen eher das Ergebnis

Jan Mallien hat heute in seinem Artikel Zu gut ist schlecht im Handelsblatt über eine Reihe von Studien berichtet, die sich damit beschäftigt haben, was mit Teams passiert, in denen ein Superstart eine große Rolle spielt, sprich wenn das Leistungsgefälle oder das der Gehälter sehr groß ist. Fußballfans hatten das Phänomen schon bei der letzten Fußballweltmeisterschaft, sowie dem aktuellen Verlauf der Bundesliga mit Dortmund und Mainz an der Tabellenspitze und dem 1. FC Köln am Tabellenende beobachten können. Dort, wo die Leistungen ausgeglichen sind  und die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt ist, z.B. deutsche Nationalmannschaft, ist eine hohe Motivation festzustellen.

Im Fall des 1. FC Köln, wo der Kauf des Stars “Poldi” viel Hoffnung erzeugte, ist die Ernüchterung eingetreten. Die Mannschaft um ihn herum wirkt eher demotiviert. Gleiches hat man bei der Analyse von Golf Turnieren entdeckt. Dort, wo ein starker Tiger Woods auftrat, spielten die anderen im Schnitt unter ihren Möglichkeiten, so das Ergebnis einer Studie von Jennifer Braun, Assistenz-Professorin an der Northwestern University.

Argentiniens Tor bei der WM 2006 gegen Serbien. (© SZ-Graphik Daniel Braun)

Argentiniens Tor bei der WM 2006 gegen Serbien.

Fußball wird inzwischen relativ häufig genutzt, um an seinen Mechanismen die in der Geschäftswelt zu erklären. Sei es, dass der Ex-Fifa-Schiedsrichter Urs Meier Meier gleich ein ganzes Buch (Du bist die Entscheidung: Schnell und entschlossen handeln)  dazu schreibt und darüber auch genial “referiert”. Oder der Mitvater der Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK), Prof. Michael Gaitanides in der September/Oktober-Ausgabe der Zeitschrift für Führung und Orgnisation titelt: “Was kann das Prozessmanagement vom Fußball lernen?“, z.B. gegenseitige Unterstützung, Beteiligung und Verantwortungsübernahme über die aktuelle Aktion hinaus.

Auch im Verkauf sind daher ähnliche Mechanismen wie im Sport zu beobachten, siehe eine Studie eines Forscherteams an der Washington University in St. Louis. Teams, in denen der variable Anteil über den Gesamtumsatz ausgezahlt wurde, waren motivierter als jene, in denen in Bezug auf den individuellen Anteil ausgezahlt wurde. Und besonders dort, wo sehr leistungsstarke Kollegen unterwegs waren, zeigte sich der Rest eher gehemmter. Besonders die Motivation gemeinsam gegen den Wettbewerb anzutreten würde leiden, d.h. Abstimmungen unterneinander fänden kaum mehr statt.

Da Mitarbeiter aber unterschiedliche Qualitäten hätten, müssten nur die richtige Arbeitsteilung gefunden werden, so die Empfehlung. Leistungsschwächere sollten sich z.B. um die loyalen Kunden kümmern, die leistungsstärkeren um die anspruchsvollen Laufkunden.

Siehe auch: Was machen erfolgreiche Unternehmen besser? Wieso sind ihre Mitarbeiter motivierter?

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , ,

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