May
25
2010

Ist collaborative BPM auch eine effiziente Methode zur Erhebung von Geschäftsprozessen?

Viele Berater werden mir sicher bestätigen, dass wie in meinem Post Mit Tangible Business Process Modeling können in der Gruppe effizient BPMN-basierte Aufgabenketten erstellt werden dargestellt sich Prozesse am effektivsten in Workshops aufnehmen lassen. Aber es geht auch anders.

Ich habe einen sehr schönen Artikel von Prof. Dr. Mathias Weske (Hasso Plattner Institut an der Universität Potsdam) und Dr. Gero Decker (Signavio GmbH)  gefunden, der Licht in die Aspekte des kollaborativen Business Process Modeling bringt. Achtung, dieses Mal steht das M beim BPM nicht für Management.

Business Process Modeling Pyramide

Business Process Modeling Pyramide

Anhand einer Pyramide beschreiben sie, welche Lücke in der traditionellen Nutzung von Tools zur grafischen Dokumentation von Prozessen geschlossen wird. Dabei erstellen wenige Methoden-Experten die Modelle und stellen diese allen anderen Mitarbeitern der Firma im Sinne eines Wissensmanagements im Intranet zur Verfügung.

Da die Erhebung (Discovery) der Prozesse sehr aufwändig sein kann, bieten Modellierungswerkzeuge der neuen Generation eine Kollaborationsfunktion. Experten entwerfen nach ersten Workshops die Aufgabenketten und stellen sie wie gehabt ins Intranet. Nun können alle Mitarbeiter sich die Entwürfe anschauen und an den passenden Stellen im Prozess Kommentare zur Ergänzung hinterlegen. Diese werden dann von den Experten eingearbeitet. Die Experten selbst können auch direkt bestimmte Personen zur Kommentierung einladen.

Kommentierung zu einer Aufgabe im Prozess

Kommentierung zu einer Aufgabe im Prozess

Die Ideen des kollaborativen BPM sind noch sehr jung. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Mitarbeiter tatsächlich motivieren lassen, sich in einem solchen Verfahren einzubringen. Hat sich doch gezeigt, dass die aktive Mitarbeit an Wissensdatenbanken oder den neueren Web 2.0 Anwendungen wie Wikis und Blogs doch eher schleppend voran geht.

Auch muss sich noch zeigen, wie hier methodisch am Besten vorgegangen werden kann. Wie viel kann/muss in initialen Workshops aufgenommen werden, so dass anschließend weitere Personen motiviert sind, an der kollektiven Arbeit zu partizipieren. Gerade weniger Technik-affine Kollegen, die aber meist auch Know-How-Träger sind, sind dann nur schwer einzufangen. Diese können vermutlich doch besser in Workshops mit dem Tangible Business Process Modeling motiviert werden, ihren Beitrag zu leisten.

Übrigens findet man den Begriff auch vermehrt als social BPM in Anlehnung an die sozialen Netzwerke, die sich im Web 2.0 ausbilden.

Noch kurz, was mit der Prozessmodellierung grundsätzlich an Fragen beantwortet werden sollen:

  • Wer ist zuständig für den Start eines Geschäftsfalls?
  • Welche Aufgaben müssen abgewickelt werden und welche Abteilungen sind zuständig
  • Wann kommen Arbeitsübergaben an andere Abteilungen vor?
  • Welche Informationen fließen zwischen Abteilungen?
  • Was sind die Entscheidungspunkte und wer ist verantwortlich, die Entscheidung zu treffen?
  • Wie können Informationssystem genutzt werden, um den Prozess zu beschleunigen?
  • Wie schnell ist der Prozess, welche Kosten entstehen?
  • Wie kann ich die Geschwindigkeit erhöhen und unnötige Aktivitäten einsparen?
  • Was ist bei einem Produktwechsel betroffen?

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , , , ,

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