Jul
23
2010

Lange war es still um das Wissensmanagement. Spült Adaptive Case Management und der Web 2.0 Hype nun dieses Thema auch wieder hoch?

Ich kann mich gut erinnern, dass in den Jahren des Internet-Booms kurz nach der Jahrtausendwende auch das Thema Wissensmanagement ein Hype war (ein Wissenstransferbeispiel). Auch die SAPERION hatte damals das Thema mit beworben. Ich habe sogar noch einen historischen Brancheneintrag mit unserem alten Logo gefunden, wo es heißt: “SAPERION® – Unternehmensweites Dokumenten- und Knowledge Management”.

Prof. Dr. Ronald Maier sieht den Grund für die zeitweilige Beruhigung in der Problematik der schwierigen Bewertung von explizit gemachtem Wissen und dem resultierenden Nutzen. Zudem fehlte es damals an akzeptablen mobilen Anwendungen, da Knowledge Worker u.a. viel unterwegs sind. Letzteres sei durch die neuen Web 2.0 Anwendungen besser geworden. Insbesondere die Ideen der “social” Internet-Anwendungen regen zur Aufnahme eines geführten “kollaborativen” Wissensmanagement an (siehe auch Auch wenn das BPM-Buzzword-Bingo mit Case Management, adaptive, dynamic, social, unstructured, ad-hoc fleißig weitergeht, bleibt doch ein gemeinsamer Kern). An der problematischen Bewertung wird in der aktuell laufenden zweiten Pahse des EU-Projekt MATURE gearbeitet, wie im Vortragstext “MATURE: Gestaltung von Individuation, Interaktion und In-Form-ation in Prozessen der Wissensreifung”.

Ich bin mir sicher, dass das Thema Wissensmanagement wieder Fahrt aufnehmen wird. Denn weiterer neuer Wind wird auch vom Workflow-Lager angefacht, unterstützt von den Erkenntnissen der Marktanalysten Gartern und Forrester Research, wie in dem Post WfMC´s Vordenker proklamierten nächste BPM-Revolution mit Adaptive Case Management Ende 2009 in Maidenhead beschrieben. Der überwiegende Teil (= großes Potential) unserer Geschäftsprozesse ist unvorhersehbar, weil durch Knowlegde Worker erledigt. Sie generieren laufend neues Wissen als Lösung zur gerade bearbeiteten Aufgabe. Und auf Basis des gerade neu generierten Wissens wird von Ihnen der Prozess weitergetrieben, ad-hoc und an die Situation angepasst, halt adaptiv. Die Erkenntnis des Workflow-Lagers, dass die reinen BPM-Systeme in Bezug auf Adaptivität noch zu wenig Funktionalität anbietet, führt zudem zur weiteren Verschmelzung von BPM und ECM.

Die Funktionen der Enterprise Content Management bieten das ad-hoc Speichern von Informationen und explizit gemachtem Wissen und das Wiederfinden. Die Funktionen der BPM-Systeme helfen dort, wo es strukturierte Teilprozesse braucht. Beide protokollieren zu Auditzwecken, wie es die Compliance fordert.

Dass Workflow nicht gleich Zwangsjacke bedeuten muss, wie Kritiker meinen, hatte ich schon vor einiger Zeit am Beispiel von SAPERION-Funktionen im Post Wird die nächste Generation von Workflow-Systemen adaptiv? beschrieben.

Dass Wissenstransfer als Teil des Wissensmanagements nur funktioniert, wenn die Mitarbeiter mitmachen, weil das Vertrauen vorhanden ist und bekannt ist, wie das mit dem Explizieren funktioniert, ist ein schönes Thema, das ich nach meinem Urlaub aufgreifen werde.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , ,

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