Apr
02
2011

Lassen wir uns von der Informationsflut versklaven?

Wo bleibt die Muße,  auch mal im Bus, in der U-Bahn oder im Zug einfach mal abzuschalten? Ich sehe immer mehr Menschen dauerhaft schon auf dem Weg zur Arbeit oder noch auf dem Weg in die Freizeit an ihrem Smart-Phone oder Tablet-PC hängen. Lesen und schnell was tippen, in Facebook, über Twitter oder sonstige News Feeds bis hin zur altehrwürdigen E-Mail.

Auch während Besprechungen sieht man immer mehr KollegInnen an ihren mobilen Geräten “rumspielen” und sich kaum noch um die aktuelle Diskussion zu kümmern. Müssen wir denn wirklich so nah am aktuellen Geschehen sein, in Sekundenbruchteilen Antworten auf gestellte Fragen geben, und uns dabei respektlos gegenüber den Anwesenden im Jetzt zeigen?

In der Financial Times wurde heute von von Alexandra Haderlein getitelt: Wie die Deutschen unter der Informationsflut leiden. Darin ist zu lesen: “Jeder fünfte Deutsche hat sein Handy permanent angeschaltet, fast 30 Prozent sind auch außerhalb der Arbeitszeit immer erreichbar.Offenbar ist die ständige Erreichbarkeit für viele ein Fluch. Rund 60 Prozent haben manchmal bis häufig das Gefühl von der Informationsflut überwältigt zu werden.

Prof. Scheer, Bitkom-Präsident und Gründer der IDS Scheer, sieht  das Problem hausgemacht: “Der Wunsch nach Kommunikation hat diese Medien groß gemacht. Internet und Handy haben die Grenzen zwischen Job und Freizeit verschwinden lassen”. E-Mails spielten bei der Informationsüberflutug inzwischen nur noche ein untergordnete  Rolle.

Ich persönlich bin inzwischen wieder dazu übergegangen, zu Meetings das Handy erst gar nicht mehr mitzunehmen, und auch sonst auszuschalten, wenn ich mal konzentriert arbeiten muss. Auch die E-Mail-Benachrichtigung ist inzwischen aus. Desgleichen Feeds aus  oder der Browser gleich ganz beendet, wenn ich nicht gerade konkret nach Informationen suche.

Prof. Scheer geht auch darauf ein, dass inzwischen bei Vielen Arbeiten und Freizeit ineinander verschwimmen. Darin sehe ich allerdings auch Vorteile. Wenn ich nicht unbedingt für Andere erreichbar sein muss, dann ist egal, wann ich meine Arbeit mache, ob ich zwsichen durch Mal laufen gehe oder ein Beschaffung mache. Dafür arbeite ich auch schon mal nach dem Abendessen oder am Wochenende. Unterm strich hat der Arbeitgeber sogar mehr davon, da ich dann schon mal deutlich mehr mache, weil es mir gerade Spaß macht.

Diese Freiräume zu nutzen geht nur in einer Kultur des Vertrauens und wo das Arbeiten zu großen Teilen selbstbestimmt abläuft. D.h. wenn im Team untereinander geklärt wird, wer sich welche der anstehenden Aufgaben “annimmt”, sprich wenn nichts aufs Auge gedrückt wird. Und wenn der Weg zum Ergebnis nicht vorgegeben wird und genügend Freiraum für eigene Kreativität vorhanden ist. Wichtig dabei ist, dass regelmäßig die erzielten Ergebnisse auch wieder zusammen besprochen werden und mittels Retrospektiven nach gmeinsamen Verbesserungspotentialen gesucht wird.

Und wenn man dann noch das Gefühl hat, dass andere Team-Mitglieder zupacken, wenn Sie merken, da sind Lücken, was will man mehr. Wir sind gerade wieder auf der Zielgeraden unserer neuen SAPERION Version 7.1 und da hat man als Release Manager einiges zu koordinieren. Und bei uns gilt es immer noch, wie in meinem Post zum letzten Release:

Teamarbeit ist, wenn man sich blind auf seine Kollegen verlassen kann

 

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch |

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