Feb
16
2012

Meine BPMN 2.0 Bibel kommt bald in der 3. Auflage

Gut, das “Meine” meint jetzt nicht, dass ich sie geschrieben hätte. Es meint eher, dass ich dieses Buch wertschätzen lernte, hatte ich ja auch schon zur 1. Auflage Ende 2009 begeistert rezensiert. Die Autoren haben seitdem in vielen weiteren Projekten ihre Expertise vertiefen können und lassen uns mit einem neuen Kapitel daran teilhaben:

Diesmal gibt es ein neues Kapitel, das sich auf ca. 30 Seiten der Einführung von BPMN in einem komplexeren Umfeld widmet (einem ganzen Unternehmen zum Beispiel). Das ist viel schwieriger, als wenn man nur mit ein paar wenigen Leuten modelliert. Schließlich muss entschieden werden, welche Personen überhaupt modellieren, in welcher Genauigkeit modelliert werden soll und mit welchen Symbolen, für welche Zwecke, welches Tool (oder besser gesagt, welche Toolkette) eingesetzt werden soll, und und und. Da wir das inzwischen doch recht häufig durchexerziert haben, gibt es also jetzt dieses neue Kapitel.

Wer also demnächst in das Thema Prozessdokumentation im Kontext von ISO 9001:2008 oder von SPICE einsteigen und mit BPMN 2.0 zu einem professionellen Qualitätsmanagement Handbuch gelangen will, dem kann ich das Praxishandbuch BPMN 2.0 nur wärmstens empfehlen. Hier schon einmal das Vorwort (bitte auf den besonders auf den Blau-markierten Bereich achten, denn hier geht es um die neue Generation der BPM-Cracks):

Kürzlich, beim abendlichen Bier am Rande einer Konferenz, fragte uns eine gar nicht so unbekannte Persönlichkeit der deutschen IT-Szene: “Ihr bei camunda, ihr seid doch so ein junges, unkonventionelles Team. Warum beschäftigt ihr euch eigentlich mit so einem Alte-Männer-Thema wie BPM?”.

Das hat uns zu denken gegeben.

Business Process Management ist also ein Thema für alte Männer? Zugegeben, es weckt gewisse Assoziationen an dunkle Anzüge und diskrete Krawatten, also an die typische, das Selbstbewusstsein unterstützende Berufsbekleidung von Leuten, die sich nicht sicher sind, ob ihre Arbeit eigentlich einen Nutzen stiftet. Das ist nicht gerade jung und unkonventionell, und zu unserem Selbstverständnis passt das auch nicht. Aber, fragten wir uns, warum macht uns BPM dann so viel Spaß?

Weil wir mit BPM dafür sorgen, dass ein Unternehmen besser funktioniert! Das gilt auch und gerade für den Einsatz neuer Technologien, weshalb BPM-Projekte häufig einen sehr innovativen Charakter besitzen. Es ist einfach unglaublich spannend, völlig neue Möglichkeiten der Wertschöpfung nicht nur grundsätzlich zu erforschen, sondern auch ganz konkret umzusetzen. Und das nicht “nur” auf der konzeptionellen Ebene, in strategischen Papieren oder PowerPoint-Präsentationen, aber eben auch nicht “nur” in den Tiefen der technischen Implementierung, in denen man gar nicht mehr weiß, warum eigentlich dieses oder jenes programmiert werden soll. Sondern eben ganzheitlich, sowohl betriebswirtschaftlich als auch softwaretechnisch, von Anfang bis Ende und A bis Z.

Wir kennen keine Disziplin, die einem so umfassenden Anspruch mit derart konkreten Methoden und Technologien gerecht wird wie BPM.

Außerdem glauben wir, dass das ganze Thema “BPM” in eine neue Phase eingetreten ist, die mit dem traditionellen Verständnis von Prozessmanagement im Sinne verstaubter Organisationshandbücher, abgehobener “Performance-Analysen” und wohlklingender, aber völlig unverbindlicher Management-Empfehlungen nichts mehr zu tun hat.

Wir treffen mehr und mehr Menschen, die sich um derartiges Geplänkel nicht scheren, die einfach nur wollen, dass etwas besser funktioniert. Das sind die “neuen BPM-Cracks”, und sie sind ungeduldig. Sie interessieren sich nicht für politische Ränkespiele und akzeptieren keine scheinbaren Sachzwänge. Sie beherrschen neue Methoden und Tools, und diese nutzen sie, um denjenigen zu helfen, die bereit sind, neue Wege zu gehen und damit diejenigen zu überholen, die lieber im Status quo verharren.

Diese neuen BPM-Cracks nutzen BPMN. Sie haben verstanden, dass BPMN anspruchsvoll ist und wenig zu tun hat mit dem Malen von Ablaufdiagrammen, die für die bereits erwähnten Organisationshandbücher verwendet wurden. Sie gehören einer weltweiten Community an, die einen gemeinsamen Standard nutzt und weiterentwickelt. In dieser Community gibt es nicht mehr “die IT”, der man einen Auftrag übergibt und die diesen gefälligst umzusetzen hat. Die IT ist kein Bestandteil, sondern eine Facette dieser Community, so wie sie eine Facette eines modern aufgestellten Unternehmens ist, in dem Business und IT völlig losgelöst von der Abteilungszugehörigkeit eine vertrauensvolle, kontinuierliche und sehr intensive Zusammenarbeit praktizieren.

BPMN wurde im Februar 2011 in der Version 2.0 verabschiedet, und in der Praxis ist sie mittlerweile etabliert. Der Standard wird zur Prozessdokumentation genutzt, für die Analyse und Verbesserung von Prozessen und natürlich für die Prozessautomatisierung. Wir haben inzwischen über 500 unterschiedliche Menschen in unseren Projekten und Seminaren an BPMN herangeführt und die unterschiedlichsten Abläufe modelliert. Wir haben auch ihre Grenzen kennengelernt, beispielsweise bei der Modellierung von Prozessen, die von Fall zu Fall höchst unterschiedlich ausfallen und daher schwer vorherzusehen sind.

Wir wünschen Ihnen Erfolg bei der Arbeit mit BPMN und hoffen, auch Sie in den Reihen der unkonventionellen Menschen begrüßen zu dürfen, die eine Menge Spaß an einem scheinbaren “Alte-Männer-Thema” haben.

Und wer noch mehr Interesse hat, der mag auch noch  das Interview mit John-Uwe Scherberich, Leiter der Organisationsentwicklung bei der Energie Südbayern, Verantwortlicher für die Einführung von BPMN dort.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: general | Tags: , , , , , , ,

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