Nov
08
2010

Mit Feedback zu einer Kultur der Wertschätzung als Motor für Veränderung: der Gestaltansatz

Was bietet der Gestaltansatz für Menschen in der Organisation?

So fragen Gabriela Jérôme (Mag. Phil., Universität Wien) und Bernhard Broekman (Diplom-Psychologe, Universität Mainz) auf ihrer Internetseite. Auf die Homepage bin ich vorgestern gestoßen, da ich wissen wollte, was denn der Gestaltansatz ist. Der Begriff ist im Gartner-Papier zum BPM Hype Cycle 2010 im Kontext des neuen Begriffs social BPM als eines der wichtigen Elemente darin gefallen.

Ich möchte den folgenden Text ungekürzt aus der oben referenzierten Internet-Seite hier wiedergeben, bespricht er doch das Thema Motivation, das ich immer wieder mal beleuchtet habe, noch mals unter dem Blickwinkel der Wertschätzung.

Die Entwicklung der Kontaktfähigkeit beinhaltet optimalerweise ein konstruktives Feedbacksystem, um damit einen fruchtbaren Boden für die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu bilden. Erfolgreiche Unternehmenskulturen sind besonders effektiv darin, mittels etablierter Feedbackkultur auf die eigenen Produktions-, Kommunikations- und Qualitätssicherungsprozesse zu achten und in kontinuierlichen Verbesserungsschleifen (KVPs) sich selbst, die Produkte und das Unternehmen zu entwickeln. Konstruktive Rückmeldungen einer Gruppe von Peers ist eine unschätzbare Quelle für alle Menschen, für (werdende) Führungskräfte und Manager genauso wie für Angestellte und Mitarbeiter.

Unter dieser Prämisse schreibt der Gestaltansatz Menschen ihre Entwicklungswege nicht vor, sondern unterstützt den eigenverantwortlich erspürten und den durch die Anforderungen der beruflichen Rolle geforderten Entwicklungsprozess. Konstruktives Feedback braucht Regeln, damit es konstruktiv wirken kann, so soll es u. a. beschreibend (im Gegensatz zu bewertend), konkret (im Gegensatz zu allgemein) und zur rechten Zeit (im Gegensatz zu zeitlich verzögert, Anmerkung: siehe dazu auch Die 8 totsicheren Regeln des Prof. Peter Kruse für den totalen Stillstand im Betrieb) erfolgen.

Im Unternehmensbereich ist eine solche Feedbackkultur keine Selbstverständlichkeit. Zu groß ist die Angst, das Gesicht zu verlieren, den Nimbus des alles könnenden Managers zu verlieren. Immerhin gibt es neben der herkömmlichen Mitarbeiterbeurteilung durch den Vorgesetzten mittlerweile 360°-Feedbacks, mit dem eine Führungskraft aus mehreren Positionen heraus (Vorgesetzter, Kollegen und Mitarbeiter) Feedback zu seinem Führungsverhalten erfährt. Ein im Sinne des Feedbacks zur Kontaktqualität optimales Instrument. Um diesen Ängsten und Unsicherheiten zu begegnen, ist es nötig, ein Vertrauensfeld aufzubauen, in dem Feedback als Bereicherung und nicht als vernichtendes Instrument angesehen wird.

Die dafür notwendige Atmosphäre muss eine Win-Win-Atmosphäre sein, nur so macht Lernen (Persönlichkeits- und Verbesserungslernen) Spaß, was erwiesenermaßen die effektivste Grundlage für nachhaltige Veränderungen darstellt. Der Gewinn für den Feedbacknehmer ist, eine oder mehrere Außenwahrnehmungen zu seiner Person zu bekommen, womit er die Übereinstimmung von seiner Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung abgleichen kann. Der Gewinn für den Feedbackgeber ist, sich in der Kunst der persönlichen Rückmeldung zu üben, ein wichtiges Instrument in der Mitarbeiterführung.

Da der Gestaltansatz mit einer wertschätzenden Grundhaltung auf der Beziehungsebene zwischen Menschen arbeitet, bietet er ein besonders gutes Mittel, um solch ein Vertrauensfeld aufzubauen. Der Mensch als interdependentes soziales Wesen kann sich nur mit anderen voll entfalten und der Weg dahin kann nur über die Steigerung seiner Kontaktfähigkeit erfolgen.

Der Abschluss erinnert mich an eine weitere interessante Aussage von Prof. Kruse “vernetzen Sie sich mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen!“, siehe  Unsere Welt wird immer komplexer. Laut Prof. Peter Kruse hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams

Zitat nach Kurt Marti:

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten:
“Wo kämen wir hin!”, und Niemand ginge, mal nachzuschauen,
wohin wir kämen, wir wenn gingen

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags: , , , ,

2 Comments »

  • Paul

    Hallo!
    Vielen Dank für den wirklich interessanten Beitrag. Leider führen die eingebetteten links jedoch ins Nirvana.
    Viele Grüße
    Paul S.

    Comment | 9 November 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe die beiden betreffenden Links korrigiert. Viel Spaß beim Lesen auch dieser Posts.

    Comment | 10 November 2010

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