Apr
20
2012

Mobiles Arbeiten wird bald so normal wie Zähneputzen

Sorry, mir fiel leider nichts besseres ein, was wirklich Jeder am Tag macht: Zähneputzen. Ich war gestern auf der Veranstaltung Smart phones krempeln die Welt um, den der BITKOM zusammen mit der deutschen medienakademie in der Kölner Niederlassing von Microsoft ausgerichtet hat. In dem Experten-Workshop ging es um die Konsequenzen, wenn schon im nächsten Jahr die Hälfte der deutschen Bürger mit einem Smart Phone ausgestattet sein werden. Das Gehörte bestätigte nochmals unsere Entscheidung, auch die ECM-Welt mit unserer iSAPERION App mobil zu machen.

Rasante Entwicklung der Netze

Ähnlich den Kurven für die Verdopplung von Informationen, Speicherdichten und Prozessorleistungen sieht die Kurve für die Entwicklung der Bandbreiten und Nutzungszahlen für Funk-basierte Geräte aus. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Netze, beginnend beim A-Netz in meinem Geburtsjahr 1958 und endend mit der gerade in der Einführung befindlichen LTE-Technologie (Long Term Evolution, die nächste Stufe “advanced” ist auch schon im Kommen):

Entwicklung der Funknetze in Deutschland

Entwicklung der Funknetze in Deutschland

Der Referent wagte die Prognose, dass 2016 eine 80%-ige Abdeckung mit LTE erreicht sein werde.

Besonders interessant ist auch die Entwicklung der Benutzerzahlen. Das A-Netz hatte am Ende gerade mal ca. 10.000 Benutzer, das B-Netz ca. 35.000, das C-Netz 100.000, und das D-Netz hat jetzt mit 114 Millionen verkauften SIM-Karten den Durchbruch geschafft (ca. 98 Millionen aktive). Heute hat im Schnitt jeder Deutsche zwei Mobiltelefone. Und von den Anwensenden des Workshops hatte nur einer kein Smart Phone, etwa die Hälfte Tablet-CPs.

Wo viel Licht, da auch viel Schatten

Bandbreiten

Wir kennen das auch mit dem Speicherplatz auf den File-Servern in unseren Fimen. Eine Aufstockung ist schnell auch wieder an den Grenzen. Genauso geht es mit dem Durchsatz des Funknetzes. Es ist immer am Anschlag, weil bei neu verfügbarem Volumen schnell neue Geschäftsmodelle wieder mehr Datenvolumen durch die Luft schicken. Fernsehen unterwegs, warum nicht? Aber inzwischen ist kaum noch ein Smart Phone nicht mit WLAN ausgerüstet, so dass Entlastung über das Festnetz erfolgt. Und so sehen wir hier die Symbiose der Netze auch bei den mobilen Geräten.

Sicherheit

Angesprochen war auch das Thema Sicherheit. Ein Vertreter von Nokia meinte, dass die Sicherheit inzwischen auf den mobilen Geräten sehr viel höher sei als auf den fest stationären Geräten. Von Letzteren, so hätten Studien gezeigt, gingen viel größere Gefahren für das Firmenetzwerk aus.

Diskutiert wurde auch die Tatsache, dass mit den Apps doch genau der aktuelle Trend, die Business Logik wieder zurück auf den Server zu holen und auf den Endgeräten möglichst nur noch die Präsentation erfolgen sollte, gebrochen würde. Der Hinweis auf die Virtualisierung auch auf den mobilen Geräten zeigt, dass hier wschon eiteres Sicherheitspotential gegeben sei.

Abdeckung des Telekom-Funknetzes in Deutschland

Abdeckung des Telekom-Funknetzes in Deutschland

Verfügbarkeit

Wenn man sich allerdings die Abdeckung des Mobilfunks anschaut, so gibt es doch viele weiße Lücken, wie das Bild links beispielhaft für einen der Anbeiter zeigt. Die Ballungszentren sind einigermaßen gut versorgt, aber der Rest schaut in die Röhre. Das zeigt im ECM-Kontext wieder den Bedarf,elektronische Akten nicht nur online auf seinem mobilen Gerät verfügbar zu bekommen sondern sie auch in einem Offline-Repository zugängig zu haben, wenn der Funk fehlt.

Weniger ist mehr

Wer sein Smart Phone nutzt, der erwartet eine möglichst einfache Handhabung und übersichtliche Seiten. Diese Erwartungshaltung überträgt sich dann auch auf die Nutzung von Web-Seiten auf den stationären Geräten. Darauf beginnen inzwischen Firmen zu reagieren und entschlacken den Inhalt ihrer Seiten. Manche haben sogar ein Design, das sowohl auf den Smart Phones als auch auf den großen Bildschirmen gleichermaßen aussehen.

Der Vertreter von Microsoft gab einen Ausblick auf Windows 8, das mit einer völlig neuen Benutzeroberfläche daher kommt. Nun kann auch hier das lässige “Wischen” quer über alle Endgeräte erfolgen. Mir will scheinen, dass Microsoft damit den Smart Phone Markt nochmals stark aufmischen wird, ist doch das Betriebssystem dann identisch, ob auf mobilem oder stationärem Gerät.

Information Overload

Auch das Thema war kurz diskutiert. Über immer mehr Anwendungen fluten immer mehr Informationen auf den Menschen ein. Wird er nicht allmählich überladen? Hier meinte der gefragte Referent, dass gerade die junge Generation ganz anders mit den vielen Geräten und Informationseinflüssen umzugehen scheint. Allerdings sei dies eine Gradwanderung, denn das parallele Verarbeiten von Informationen geht auf Kosten der Qualität der Arbeitsergebnisse. Unser Bewusstsein kann nur scheinbar gut parallel arbeiten. Soll eine hohe Qualität erzielt werden, so ist eine absolute Fokussierung auf das, was gerade erarbeitet wird, wichtig. Also Abschalten aller Störquellen wie das Benachrichtigen neu eingegangener Informationen.

Auf der anderen Seite werde es dahin gehen, dass wir in Suchprofilen hinterlegen werden können, welche Themen uns gerade interessieren, so dass nur die relevanten Informationen an uns heran kommen werden. Der Rest wird ausgefiltert. Ruhe im Karton …

Benutzer ist nicht gleich Benutzer

Der Referent zum Thema Usability hat die Ergebnisse einer laufenden Studie vorweggenommen und beschrieben, dass es grob vier unterschiedliche Benutzer von Smart Phones gibt. Die Extreme sind Jene, die fast dauern im Netz sind, und auf der anderen Seite Jene, die es einfach nur hipp finden und es zum Telefonieren und ggf. noch zum Mailen nutzen, sprich das Internet und sonstige Apps gar nicht verwenden.

Das Internet der Dinge

Diese Bezeichnung wurde zwar nicht so explizit genannt, aber das Thema, dass nicht nur die Mobiltelefone ins Netz gehen, wurde ebenfalls gestrichen. Ich hatte schon darüber geschrieben, dass seit 2009 mehr Nicht-Telefone an das Funknetz angekoppelt sind. Smart Grid, Haustechnik und Autos sind connected. Sogar die Verkehrsbusse sind schon mit mehreren SIM-Karten gleichzeitig am Netz. Damit stellte sich auch die Frage der Konkurrenz der Geräte, denn das Smart Phone lässt sich auch gut als Navi nutzen. Demnächst dann auch als Geldbörse …

Noch ein Anwendungsfall für´s Autofahren: ich stehe im Stau, und will wissen, wer in diesem Stau in der Nähe ist und ggf. mit mir ein Spielchen mache möchte, z.B. wer wird Millionär. Ich wüsste zwar was besseres mit der Zeit anzufangen, aber wenn 900.000 Apps im Jahr heruntergeladen werden, dann scheint doch viel Spielpotential gegeben zu sein, oder?

Fazit

Die Mobilen werden in sehr kurzer Zeit zu unserem Leben gehören wie das Zähneputzen und auch die Arbeitswelt stark verändern. Das wird entsprechende Einflüsse auf unsere Geschäftsprozesse haben. Sie werden noch schlanker und heutige Medienbrüche vermeiden helfen. Daten, die extern erhoben werden, sind gleich in den Fachanwendungen. Aufwändige Export- und Import-Routinen werden der Vergangenheit angehören. Und alle Transaktionen werden revisionssicher mit Blick auf Compliance archiviert ;-)

 

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,document management,e-mail management,process management |

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