Oct
26
2011

Nachlese zum OMG information day 2011

Ich habe mir heute auf dem OMG Information day 2011 in der “Weltstadt” Darmstadt einen Eindruck von der Entwicklung der BPMN-Gemeinde abgeholt. Mitveranstalteter war die camunda, sprich Jakob Freund hat wieder sowohl souverän durch den Tag geführt als auch einen interessanten Vortrag über das, was bei einer PBMN Toolauswahl zu beachten ist, gehalten.

Es waren etwa 80 Teilnehmer gekommen, also nicht so viele, wie zur BPMcon 2011 mit ca. 110 letztens in Berlin, einer Konferenz, die ebenfalls von der camunda ausgerichtet wurde. Während der Pausen konnte man sich die Modellierungswerkzeuge von IBO, intellior (Aeneis) und klar, unserem Partner Signavio vorführen lassen.

Der Standard ist im Markt angekommen

Jakob hat anhand von Statistiken gezeigt, dass BPMN inzwischen die Nase vor allen anderen Modellierungsnotationen die Nase vorn hat. Auf die Frage, wer denn schon Erfahrungen mit der BPMN hat, schnellten auch gleich 50% der Hände hoch.

Projekterfahrungen

Beeindruckend waren zu dem die Berichte der BPMN-Projekte bei dem Internet Provider 1&1 sowie dem Bundesfinanzministerium. Hunderte User, die editieren, und ebenso viele Modelle und Varianten zeigen deutlich, welchen Stellenwert das Thema Prozessmanagement mit BPMN bei diesen hat.

Aber immerhin haben wir ja auch gerade erst mit unserer ISO 9001:2008 Zertifizierung gezeigt, dass wir unsere Prozessdokumentation im Griff haben und unsere Prozesse qualitativ gut leben.

Best Practices – social BPM

Jakob hatte bisher noch kein Projekt erfolgreich gesehen, dass die Prozessdokumentation nur mit einer Handbuch abgeschlossen hat, dass am Ende sogar noch als Schrankware sein Leben fristete. Erst wenn die Dokumentation auch online gestellt worden wäre, so dass auch laufende Kommentierungen möglich sind, wurde der Gedanken der kontinuierlichen Prozessverbesserung gelebt. Ich hatte zu dem Thema schon mal wie folgt geschrieben: Ist collaborative BPM auch eine effiziente Methode zur Erhebung von Geschäftsprozessen?

Case Management Process Modeling – CMPM

Sowohl in der Keynote des Vice President & Technical Director der OMG, Andrew Watson, also auch später in dem Workshop zu neuen Anforderungen an die nächste Version der BPMN ist die Ergänzung der BPMN durch CMPM angesprochen worden. Ich hatte dazu auch schon geschrieben, denn wie die großen Marktanalysten 2009 schon feststellten, sind über 60% der Prozesse unstrukturiert. Seitdem geistert der von der WfMC aufgebrachte Begriff des Adaptive Case Management durch die Lande.

Das kann ich bestätigen, denn meine Artikel dazu wurden in letzter Zeit immer mehr aufgerufen, sprich die Werbetrommel der Hersteller wird wohl immer lauter und unüberhorbarer.

Die CMPM soll die Möglichkeit bieten, einen Sack voll quasi loser Aufgaben zu modellieren, die dennoch untereinander gewisse Abhängigkeiten bieten. Etwa können zu Beginn alle Aktivitäten angeboten werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Wenn ein der Aktivitäten ausgeführt wird, können bestimmte andere dann direkt wieder verschwinden. Die Idee ist, dass BPMN und CMPM Teile gemischt bei der Modellierung genutzt werden können.

Anforderungen an die nächste BPMN Version

In einem Workshop hat Jabob abgefragt, wer bisher welche Erfahrungen in welcher Form gesammelt hat und welche Schwachstellen oder Lücken dabei aufgefallen sind. In diesem Workshop hatte ich dann die Gelegenheit genutzt, über unsere Integration mit Signavio und den Erfahrungen aus unserem Pilotprojekt zu sprechen. Und klar, auch unsere resultierenden Wünschen aus den Erfahrungen habe ich dann auch gleich genannt. Jakob nimmt die gesammelten Werke mit in die nächsten BPMN-Spezifikationsrunden.

Was BPMN leistet und nicht leistet

Mit den Verbesserungen der Version 2.0 der BPMN ist die Kommunikation zwischen der Organisation und der IT deutlich leichter geworden. Die Software-Entwickler erhalten neben ihren Use Cases noch den Blick auf den Prozesskontext und verstehen damit viel besser, welche Anforderungen ein Anwender in bestimmten Situationen an die Software hat.

Jakob geht aber davon aus, dass die BPMN nie ein Zero-Coding für die Prozessausführung anbieten können wird. Dafür sind die Möglichkeiten der Prozess Engines einfach zu groß. Die vielen Attribute für die Prozess Engines werden dann in den Editoren im Bereich der Extension weiterhin proprietär mitbewegt.

Abgesang

Es war für mich wieder ein bereichernder Tag, zumal auch genügend Zeit für Gespräche während der Pausen blieb. Und wenn man dann auch hier wieder ein positives Feedback zu unseren Arbeiten an diesem Blog mit nach Hause bekommt, dann bleibt uns wohl nichts Anderes übrig, als weiter am Ball zu bleiben.

Auf ein Wiederlesen

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,process management | Tags: , , , , ,

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