Jan
20
2010

Noch ein grüßendes Murmeltier: Gartners jährlicher Blick in die Kristallkugel zu Trends im BPM – 2009

Seit 2004 veranstaltet der Marktanalyst Gartner jedes Jahr im März das Event “BPM Summit” über drei Tage. Hier werden u.a. aktuelle Trends der nächsten Jahre besprochen. Diese Trends werden schon in dem Dokument zum BPM Hype Cycle, das jeweils im Jahr zuvor veröffentlicht wird und gegen Zahlung heruntergeladen wird, diskutiert und als Thema auf der berüchtigten Maturity-Kurve eingezeichnet. Hervorzuheben sind dieses Mal die  Themen

  • Kundenzentriertheit
  • dynamisches BPM
  • Komponenten
  • Multi-Enterprise-Integration
  • Dokumentation von Geschäftsprozessen

Die Zentrierung der Prozesse allein auf die Kunden ist der neueste Schrei in Methode zur Prozessverbesserung. Begonnen hatte alles mit Total Quality Management zur Effizienzsteigerung des eigenen Services, gefolgt von der kontinuierlichen Prozessverbesserung mit zusätzlicher Optimierung der Kosten, dann ging es über Six Sigma mit der Null-Fehler Methode,  dem Lean-Management sowie dem Business Process Management mit zusätzlicher Steigerung des Umsatzes. Nun heißt der neue Hype Customer Expectation Management, bei dem alles eleminiert wird, was nicht dem Kundennutzen dient. Ein anderer Name dafür ist Outside-In im Gegensatz zu dem bisherigen Inside-Out.

BPM Historie

Beim dynamischen BPM geht es darum, dass endlich das umgesetzt werden soll, was das Marketing der BPMS-Hersteller schon immer beworben haben: “Baue Deine Workflows ohne ein Stück Programmierung.” D.h. verantwortliche Sachbearbeiter sollen jeder Zeit selbst Hand anlegen können, um nach Bedarf die Prozesse anzupassen, z.B. indem die Teile der Benutzerhierachie selbst gepflegt werden, ohne dass dem Administrator ein Auftrag erteilt werden muss.  Oder das Ändern der Business Rules, die sich schneller ändern als die Aufgabenketten (z.B. nach welchen Regeln eine Freigabe erfolgen soll oder Rabatte gewährt werden) . Hierzu siehe auch vorherigen Blog SAPERION meets Rule Engine.

Komponenten sind nicht wirklich Neues. Hier geht es um Anwendungsbausteine, die nach Bedarf zur Erstellung einer Anwendung mit Workflow-Hintergrund zur Verfügung gestellt werden sollen. Hierzu wird es demnächst mehr über unseren neuen Web-Client geben. Dieser kommt nun auch mit Komponenten.

Mit Multi-Enterprise-Integration geht es mal wieder darum, dass in die Prozesse selbst die Lieferanten und Kunden stärker mit eingebunden werden sollen.  Schaut man mal zurück, so hatte es schon mal bei der Workflow Management Coalition eine Demo Anfang des Jahrtausends gegeben, wo vier der großen Marktführer gezeigt haben, wie man Workflow von einer Engine an die andere übergibt, wo sie weiter bearbeitet werden. Nach der Demo war es ziemlich still um das Thema. Der neue Ansatz wird eher dahin gehen, dass die “Externen” über ein Web-Portal an den Prozessen beteiligt werden. D.h. es bleibt alles auf einem Server. Zusätzlich lassen sich natürlich auch die Web-Servcies der Lieferanten und Kunden in die eigenen Prozesse einbinden.

Sehr interessant ist die Gartner-Erkenntnis, dass erst 6% der Firmen ihre Geschäftsprozesse grafisch dokumentiert haben. Hier gäbe es noch einen großen Nachholbedarf. Gartner prognostiziert, dass bis 2014 ca. 40% auch grafische Modelle haben werden. Hier schließt sich auch für SAPERION der Kreis. Siehe dazu den Block SAPERION meets BPMN.  Die Studie “Status Quo Prozessmanagement” für Deutschland, Österreich und Schweiz hat immer schon ca. 1/3 der ca. 280 Befragten festgestellt, die ihre Prozess grafisch dokumentieren.

Das zarteste Pflänzchen in Gartners BPM Hype Cycle 2009 ist das Thema der unstrukturierten Prozesse. Gartner hat festgestellt, dass der überwiegende Teil (4/5) unserer Aufgaben sich nicht im Vorhinein in ein Ablaufschema pressen lassen. Wie beim Case Management im sozialen Kontext (Patient, Arbeitsloser, …) gibt es einen gewissen Rahmen an möglichen Aufgaben, die dann aber je nach Situation in der Verantwortung der Sachbearbeiter genutzt werden. Es werden Ad-Hoc-Aufgaben in die Todo-Liste gelegt oder kleinere Aufgabenketten initiiert. Als Ansatz einer Benutzeroberfläche wird die Fallakte genannt. In dieser gibt es eine Rubrik, in der die aktuell anstehenden Aufgaben liegen oder neue Aufgaben angelegt werden können. Lassen wir uns überraschen, was unser neues Aktenszenario hier bieten wird.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general,language | Tags: , , ,

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