Dec
03
2010

Schlägt die Intelligenz unserer Volksvertreter noch die Schwarmintelligenz des Volkes?

Wenn man sich dieses Interview anschaut, kommt man schon ins Grübeln, ob da die Prämisse noch stimmt, dass wir in Deutschland Bürgerentscheide wie in der Schweiz nicht haben wollen, weil die Bürger in der Masse zu dumm oder manipulierbar sind. Zugegeben, ist wohl für die jüngere Generation gedreht worden, aber …

Eränzung vom 08.12.2010:

Auch das Handelsblatt geht heute auf die wenig guten Fachkenntnisse unserer Volksvertreter ein. So erklärt Frank Wiebe in seiner  Kolommne Wiebes Weitwinkel, Warum wir auch für Politiker ein Bildungsprogramm brauchen. Ers stellt fest: “Viele Politiker sind mit ihrem Job überfordert. Das ist nicht nur die Meinung der Bürger. Die Politiker – diejenigen, die selbstkritisch genug sind – spüren es selbst, und es bereitet ihnen großes Unbehagen.

Was also gebraucht würde, ist eine entsprechende Ausbildung zu den Sachthemen. Die Frage ist nur, ob das der richtige Weg ist. Sicherlich sollten unsere Volksvertreter mindestens ein Bauchgefühl entwickeln können, um zu wissen, warum sie wie entscheiden. Da unserer Volksvertreter aber kontinuierlich wechseln, befürchte ich, dass sie erst auf Augenhöhe sind, wenn sie schon wieder ihren Platz räumen.

Wäre es dann nicht doch interessanter, für bestimmte komplexe Bereiche, Spezialisten direkt entscheiden zu lassen. Warum sollten sie nur einen Vorschlag machen, den Volksvertreter entscheiden, ohne durchzublicken?

Ergänzung vom 13.12.2010:

Karsten Krumrück berichtet in seinem Blog auch von einer interessanten Erfahrung mit Politikern

Ergänzung vom 01.05.2011:

Prof. Dueck hat mich auf dieses Video aufmerksam gemacht, das uns zeigt, welch profundes Wissen unsere Politiker über das Internet haben:

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,general | Tags:

1 Comment »

  • Nick Mott

    Ich fände es in diesem Zusammenhang wesentlich spannender und zielführender (als die Entscheidungskompetenz wieder nur an jemanden abzugeben, dessen Kompetenz ja auch nur immer relativ sein kann aus diversen Gründen)ein Entscheidungssystem einzuführen, das

    a) zufällige Korrelationen von Entscheidungsträgern innerhalb bestimmter Parameter generiert (verhindert Fachidiotie, Lobbyismus, Parteienklüngel u.ä.)

    b) Schleimpilzalgorithmen endlich einzuführen (immerhin: ein Wesen ohne jegliches Gehirn oder auch nur näherungsweise ähnlichem Informationsverarbeitungsinstrumentarium entscheidet in komplexen Situationen maximal möglich optimal – wenn das nix is?^^-Könnte ein echtes Politiker-Surrogat werden, nur effektiver^^) – z.B. ein Schleimpilzalgorithmus führt zur Komplexitätsreduzierung, zur permanenten Aktualisierung, usw.

    c) ein Konvergenzprogramm bestehend aus drei unabhängigen Entscheidungsmatrices, die erst ab einer bestimmten Stufe der Entscheidungsfindung gekoppelt werden und sich abgleichen können

    d) dazu ein Bewertungsprogramm, das on-the-fly in bestimmten Zeitabschnitten von unterschiedlichen Gruppen Meinungs-Tendenzen einholt, die separat mit den parallel laufenden anderen Prozessen verglichen werden und bei zu großen Diskrepanzen ein anonymisiertes No-go!-Signal austeilt, das mit einer Revision durch die informierten Prozesse beantwortet werden muss

    e) ein Vektoren-Modus, der Trendeckpunkte nach einem Minimax-Verfahren absteckt und eine allgemeine Marge für die unterschiedlichen Entscheidungsstufen vorgibt usw. und direktes Feedback gibt, wenn ein Entscheidungsprozess die Grenze zu überschreiten droht.

    Grundsätzlich geht es also darum, möglichst viele alternierende Entscheidungsformen und -modifikationen miteinander zu verflechten und sich gegenseitig durchdringen zu lassen, so dass eine externe Manipulation quasi ausgeschlossen wird und gleichzeitig die bestmögliche Konvergenzentscheidung (nicht Konsens!) durchgeführt wird.

    Comment | 3 July 2012

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