Feb
15
2011

Was ist eine Innovation? Von Keimzellen und Kraftwerken …

Diese und andere Fragen haben wir uns gestern auf einem Impuls-Workshop gestellt, den wir mit Christian Weiss, Geschäftsführer der Firma OOSE mit Sitz in Hamburg, durchgeführt haben. SAPERION will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen sondern will auf allen Ebenen, sprich neben dem etablierten Produktmanagementprozess, im Marketing als auch Service und interne Prozesse noch kreativer werden.

Impuls-Workshop

Ich habe Christian im Rahmen mehrerer Treffen zum Thema agiles BPM kennengelernt und wir sind dabei auch auf das Thema Innovation gekommen. Die Firma OOSE bietet Beratung und Trainings für agiles Projekt und Prozessmanagement an. Da liegt es dann auch nicht fern, dass sie entsprechende agile Elemente im Unternehmen installiert haben. Und da dies so ist, haben wir ihn kurzer Hand gebeten, uns im Management von den seinen gemachten Erfahrungen zu berichten.

Anschließend haben wir zwei der Elemente direkt mit Bezug auf Innovationsthemen ausprobiert. Das eine war eine Fishbowl zum Thema “Was bedeutet Marktdruck für SAPERION” und das zweite Element war ein Open Space mit mehreren Gruppen zu unterschiedlichen Themen, u.a. der im Post-Titel gestellten Frage. Diese wurde übrigens so beantwortet, dass Innovation etwas Neues sein muss, was ein Problem löst, also einen Mehrwert bietet, und damit als echten Bedarf vom Markt erkannt wird, auch wenn es vorher diesem noch nicht bewusst sein musste.

Denkwerkzeug Fishbowl

Ein Fishbowl kann in großen Gruppen genutzt werden, in denen ein Thema beleuchtet werden soll und nicht gleich eine Lösung erarbeitet werden soll. Hier stehen 6 Stühlen in Front der Zuhörer auf den 6 Stühlen sitzen die zu Anfang die initialen Diskutanten, gerne auch der eine oder andere in der Rolle des Teufels, dem (typisch deutschen?) Bedenkenträgers. Ein Stuhl bleibt frei. Schreitet die Diskussion voran und verspürt einer der Zuhörer zunehmende Energie, sich an der Diskussion zu beteiligen, so setzt er sich auf den freien Stuhl und einer der Diskutanten, der seine Energie als erschöpft betrachtet verlässt seinen Platz. Passiert dies nicht sofort, wird die Diskussion gestoppt, bis der eine Platz wieder freigemacht wurde. Das Ende ergibt sich von selbst, nämlich wenn weitere Beiträge ausbleiben oder nur noch ein Diskutant auf den Stühlen verbleibt.

Die Gefahr von Belohnungen

Ein weiterer interessanter Hinweis von Herrn Weiss war, dass die Firma OOSE für die direkten Mehrwert schaffenden Berater und Trainer alle variablen Gehaltsanteile vor zwei Jahren abgeschafft wurden. Diese Prämien haben alle Tätigkeiten falsch fokussiert, sprich es ging zu viel um das Erreichen der persönlichen Ziele und zu wenig darum, die Firma ingesamt nach vorne zu bringen (siehe auch Dan Pink zu Belohnungen). Es wird nun davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter intrinsisch motiviert sind, wenn sie entsprechend selbstbestimmt arbeiten können.

Intrinsiche Motivation

Die Selbstbestimmung wird unter anderem auf Basis von so genannten, regelmäßig durchgeführten Energie-Workshops erreicht. In diesen treffen sich die Mitarbeiter und diskutieren vorher eingereichte und geschärfte Ideen, beurteilen diese und bringen die besten Ideen auf den Weg zur Umsetzung. Die hier erfolgten Entscheidungen, z.B. die Aufbereitung eines neuen Trainingsangebots werden von der Firmenleitung (Zentrum) nicht in Frage gestellt. Denn die Mitarbeiter (Perifierie) sind viel dichter am Kunden und wissen am besten, fest ankommen können sollte.

Scheitern als Chance

Auch das Scheitern ist explizit gefordert: wer nicht wagt, kann gar nicht erst gewinnen. Und wer scheiter, hat gelernt und kann es beim nächsten Mal besser machen. Ebenso ist der zivile Ungehorsam erwünscht, d.h. wenn eine Idee nicht sofort von den anderen als umsetzbar beurteilt wird, aber der Promotor richtig Feuer unterm Hintern hat und daher die Umsetzung im “praktikablen” Rahmen verfolgt, so wird dies nicht unterbunden.

Wie geht es weiter?

Am Ende unserer gestrigen Veranstaltung hat sich noch ein kleiner Kreis über die weiteren Schritte unterhalten und Folgendes beschlossen:

Allen Mitarbeitern des Unternehmens wird ab nächster Woche jeden Dienstag und Donnerstag ab 16h in der Keimzelle der Raum für den Austausch von Ideen geboten. Die Teilnahme ist freiwillig. Am Ende wird direkt das Ergebnis im Intranet als “Neues aus der Keimzelle” gepostet. Die Keimzelle soll ein Raum mit entsprechend kreativ-wirkenden Einrichtungen sein.

Alle 6 Wochen findet ein Kraftwerk statt, in dem die einzelnen Ideen nochmals von seinem Promotor vorgestellt und in einer Fishbowl diskutiert wird. Abschließend werden die Ideen über ein Stimmungsbild hinsichtlich ihrer Umsetzung beurteilt. Die Ideen mit der resultierenden, basisdekomokratisch größten Unterstützung gehen dann in die Umsetzung. Dafür stehen Stundenbudgets aus den Abteilungen zur Verfügung. Der Promotor begleitet die Umsetzung.

Dieses Vorgehen sollte die notwendige  Transparenz fördern und für die größtmögliche Unterstützung des Vorhabens direkt vom Start weg sorgen. Wir werden weiter berichten.

Danksagung

Wir danken Christian Weiss für seine sehr professionelle Art, das Thema Innovation darzustellen und auch für die Art, wie er die Denk-Werkzeuge, hier die Fishbowl und den Open Space mit uns trainiert hat. Er hat alle Teilnehmer so energetisch aufgeladen, so dass wir nun die notwenigen Impulse haben, viele neue Ideen zu generieren, auszuprobieren und die besten zur Innvovation zu führen.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,innovation |

4 Comments »

  • Und hier ist die andere Sicht auf uns: Innovation leben
    Es waren nur 2 Kästen Bier, nicht dass hier Jemand auf andere Ideen käme ;-)

    Comment | 16 February 2011
  • Ich habe gerade einen interssanten Artikel gefunden, in der “außergewönliche” Titel für Personen aufgeführt sind, die für Innovation im Unternehmen zuständig sind: Die modernen Hofnarren:
    http://www.zephram.de/blog/2008/05/08/die-modernen-hofnarren/comment-page-1/#comment-396

    Comment | 26 February 2011
  • Vielen Dank für Ihre E-Mail!
    Ich bin bis einschließlich 27.2.2011 nicht im Büro. Ihre E-Mail wird nicht weitergeleitet. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an die Zentrale unter 030 600 61-0.
    Mit freundlichen Grüßen
    Henning Emmrich

    Thank you for your email!
    I will be out of the office until Feb-27 2011. In urgent cases please call +49 30 600 61 0.
    Kind regards
    Henning Emmrich

    Comment | 26 February 2011
  • Scheitern als Chance (2000) – Movie…

    Note 7.3/10. Scheitern als Chance is a Documentary Movie of 2000 made in Germany. Director: Stefan Corinth, Sibylle DahrendorfCast: Werner Brecht, Carl Hegemann, Dietrich Kuhlbrodt, Christoph Schlingensief, Bernhard Schütz, Helga Stöwhase, Achim von Pa…

    Trackback | 21 March 2011

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