Dec
01
2010

Wikileaks lehrt Geschäftsführern das Fürchten – Sonderkonjunktur für IT-Compliance und ECM-Systeme?

Der aktuelle Wirbel um die 250.000 entwendeten, vertraulichen US-Dokumente zieht nun weite Kreise. Zeigt der Fall doch, wie einfach man aktuell an entsprechend vertrauliche Informationen heran kommt. Nun sollen auch noch zwei Großbanken dran sein und an den Pranger gestellt werden (siehe auch Artikel im Handelsblatt: Auch deutsche Firmen fürchten Wikileaks).

Mal losgelöst von der ethischen Betrachtung, ob das, was Wikileaks macht, korrekt ist oder eher nur Schaden in der (Welt-)Gemeinschaft anrichtet; wer als Geschäftsführer oder IT-Manager auf der sicheren Seite sein will und sich bisher nicht im geeigneten Maße für die Datensicherheit in seiner Firma gekümmert hat, der mag nun stärker motiviert sein.

The recent turmoil surrounding the release of 250,000 confidential documents stolen from the US State Department is having repercussions far beyond government circles. If nothing else, Wikileaks has shown us how easy it can be to obtain confidential information. Next to be strapped into the pillory are two large banks (for example see the article in The Times:  No one’s secrets are safe from the website Wikileaks).

Let’s set aside for a moment the ethical question of whether Wikileaks serves some useful purpose or only causes problems in the global community. Any managing director or IT manager who prefers to be on the safe side now has a strong reason to take the issue of data security more seriously than ever before.

Einerseits muss man sich Gedanken machen, wie man die PC-Arbeitsplätze so weit abschotten kann, dass zugreifbare Daten nicht entwendet werden können. Z.B. indem USB-Ports nicht benutzt werden können. Schwieriger ist es sicherliche, die Daten nicht per E-Mail oder Uploads über Internet-Seiten zu “verflüchtigen”.

Interessanter wird es dann mit der Sicherstellung, dass man auch nur an die Daten kommt, die Mitarbeiter auch nur einsehen können sollen. Und hier stehen die Anwender von Enterprise Content Management (ECM-)Systemen schon gut da, wenn sie die Funktionalität der Zugriffslisten entsprechend gut ausnutzen. Dies können wir zumindest von unseren Kunden sagen, die speziell im Geschäftsführungsbereich die Dokumente elektronisch verwalten.

On the one hand, corporations need to find a way to seal off PC workstations so that accessible data cannot be plundered at will. One way to do this is to prevent access to USB ports. The bigger challenge is to stop the “evaporation” of data that is e-mailed or uploaded to websites.

Better yet is to ensure that employees are only able to access the data that they are actually permitted to view. This is where users of Enterprise Content Management (ECM) systems are really sitting pretty, as long as they fully utilize the access-list features at their disposal. Of course, we can speak only for our customers who manage their documents electronically, particularly those in upper management.

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Written by Dr. Martin Bartonitz in: deutsch,english,general | Tags: , ,

10 Comments »

  • Dr. Martin Bartonitz

    [DE](Nachricht per E-Mail) TeleTrusT begrüßt die Feststellung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf dem Nationalen IT-Gipfel 2010, wonach “IT-Sicherheit eine wirtschaftspolitische Aufgabe” sei. In diesem Zusammenhang weist TeleTrusT darauf hin, dass bei klein- und mittelständischen Unternehmen IT-Sicherheit in vielen Fällen keine ausreichende Beachtung findet. Bislang verfügt nur jedes zehnte Unternehmen über ein IT-Sicherheitspaket, wie eine Studie des von TeleTrusT mitbetreuten “Netzwerkes Elektronischer Geschäftsverkehr” (NEG)” ergab. Knapp zwei Drittel der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) haben bislang überhaupt keine Maßnahmen umgesetzt. Dass sich die Unternehmen ohne entsprechenden Schutz, wie z. B. Verschlüsselungen, angreifbar machen, ist nur einer knappen Mehrheit von 56% bewusst. 44% der Befragten beschäftigen sich überhaupt nicht mit dem Thema “IT-Sicherheit” und ein weiteres Viertel hat sich zwar bereits mit dem Thema auseinandergesetzt, bislang jedoch noch keine ausreichenden Schutzvorkehrungen ergriffen. Die Studie wurde durch das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr im Zeitraum April bis August 2010 durchgeführt. Insgesamt gingen 2.751 KMU und Handwerksbetriebe in die Auswertung ein.

    Comment | 8 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    [DE] Wer den aktuell tobenden Internet-Krieg um Wikileaks schon bemerkt hat und noch nicht abzuwägen weiß, auf welcher Seite man stehen soll, der findet in einem Post zur Situation des Fachanwalts für Strafrecht Udo Vetter, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Düsseldorf, eine sehr aufschlussreiche Erörterung.
    Fazi: Wikileak macht nichts anderes als was z.B. der Spiegel seit Jahren leistet: schonungslose Aufklärung, damit die 4. Säule im Staat gut funktioniert: Kriegsgerät Serverplatz

    Comment | 8 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    [DE] Das Handelsblatt titelt weiter:”Wikileaks ist die Vorstufe eines virtuellen Kriegs”.
    PEKING/MOSKAU/DÜSSELDORF. Die Enthüllungen von Wikileaks bringen die USA in Erklärungsnot – und zeigen gleichzeitig, wie verwundbar Staaten und Unternehmen durch das Internet geworden sind. Die Datenspionage ist dabei nur der Anfang. Auch Unternehmen stehen vor einem virtuellen Krieg. Deutschland ist erschreckend schlecht geschützt.
    Zum online Artikel.

    Comment | 10 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Das Handelsblatt hat nochmals einen interessanten Artikel zum Thema Wikileaks gebracht. Dieses mal ist es ein Interview mit dem Ex-Wikileak-Sprecher Daniel Domscheit-Berg, in dem es um die Fragestellung geht: Ist Geheimnisverrat notwendig?

    Hier antwortet er auf die Frage “Soll jetzt jeder jeden denunzieren?” wie folgt:

    Nein. Die Menschen müssen lernen, dass Denunziation falsch, aber verantwortungsvoller Geheimnisverrat notwendig ist. Der moralische Standard in der Informationsgesellschaft muss entsprechend angehoben werden.

    Das hat mich an den folgenden Post, den ich schon vor Monaten im Kontext der Compliance geschrieben habe:
    Mangelware Unrechtsbewusstsein: Whistleblower laufen Gefahr, selbst an den Pranger gestellt zu werden

    Was wir nun im Großen mit Wikileaks sehen ist im Kleinen das Melden von Vergehen in Firmen durch die Angestellten. Müssen wir daher die Aufregung der Amerikaner verstehen?

    Comment | 11 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Im Stern ist gestern ein interessanter Kommentar von Sophie Albers veröffentlicht worden. getitelt: Es geht nicht um Julian Assange:

    Der Wirbel um die Person Julian Assange schadet dem Anliegen von Wikileaks. Es geht nicht um den blassen Mann, sondern um den Status Quo der Demokratie und Freiheitsrechte in der westlichen Welt.

    Von den 250.000 Dokumenten sind übrigens erst knapp 1.000 Dokumente gesichtet, anonymisiert und online gestellt worden. Was in dem Rest steckt, ist noch gar nicht klar. Das, was bisher gekannt wurde, rechtfertigt nicht die Hatz auf die Wikileak-Journalisten. Mann kommt schon ins Grübeln, was da im Mantel der Demokratie so alles passiert …

    Comment | 12 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Gerade in der Frankfurter Allgemeinen online gefunden:
    Wikileaks und die Folgen: Das Zeitalter der Geheimnisse ist vorbei
    Wikileaks hat die Vereinigten Staaten herausgefordert. Um einen „Cyberkrieg“ geht es aber nicht, sondern um eine Revolution der Netzbürger. Die Regierungen sollten sich auf digitale Transparenz einstellen. Denn diesem Beispiel werden viele folgen.” so Frank Rieger.
    Sein Schlusswort, das das Verhalten der Wahlverweigerer ein wenig besser zu erklären scheint, lautet:
    Es braucht Öffentlichkeit, die reinigende Kraft des Sonnenlichts, um Korruption, schattige Deals und ethische Verkommenheit im Zaum zu halten. Dass die traditionelle Presse, der diese Funktion eigentlich zukam, ihre Aufgabe wegen wirtschaftlicher Probleme und zu engen Kuschelns mit den Mächtigen zuletzt nur noch zögerlich erfüllt, ist bedauerlich. Durch das Aufkommen funktionierender Leaking-Plattformen haben Menschen, denen das Gewissen noch nicht abhandengekommen ist, ein Ventil für ihre Gewissensnot, ein Mittel gegen die Verzweiflung am Zustand der Welt und eine Möglichkeit, diejenigen, die dafür verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie es nutzen werden.

    Comment | 17 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Amerikanischer Abgeordneter sagt Wikileaks begehe keine Verbrechen

    Comment | 21 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Der Wert der Marken Amazon, Visa und MasterCard sind seit der Sperrung ihrer Services für WikiLeak im Fallen, so der Artikel Amazon wird zunehmend negativ wahrgenommen der Computerwoche.
    Und in der Zeit-Online: ein Lob der Anarchie, hätte ev. besser ein Lob der Transparenz geheißen.

    Comment | 22 December 2010
  • [...] den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – Wikileaks lehrt Geschäftsführern das Fürchten – Sonderkonjunktur …   Ende Zitat/ Auszug Dieser Beitrag wurde unter Leaks abgelegt und mit informationen, [...]

    Pingback | 30 December 2010
  • Dr. Martin Bartonitz

    Sind wir der Frosch im Kochtopf?
    – im Netz gefunden: —

    Es sass ein Frosch im Kochtopf, aber das Wasser war noch kalt und er fühlte sich wohl.

    Dann kam der 11. September und der Herd wurde eingeschaltet. Der Krieg gegen Terra begann.

    Langsam wurde das Wasser warm.

    Die Kriege gegen Afghanistan und dem Irak wurden mit Lügen begründet, eine nicht existierende Gefahr erfunden, die Bombardierung mit “Shock and Aw” eingeleitet und der Überfall auf die Länder vollzogen.

    Es wurde wärmer.

    Der Polizeistaat wurde eingeführt, die Sicherheitsmassnahmen verschärft, die Überwachung ausgeweitet. “Wir sind alle Terroristen”, heisst nun das Motto, der Staat sieht die Bevölkerung als Feind.

    Die Temperatur des Wassers stieg aber es war noch angenehm.

    Der Lissabon-Vertrag wurde gegen alle demokratischen Regeln durchgesetzt, die Staaten und Parlamente entmündigt, eine nicht gewählte Zentralregierung in Brüssel bestimmt nun alles. Wir haben nichts zu sagen und die Demokratie ist eine Farce.

    Das Wasser wurde immer wärmer, war aber immer noch auszuhalten.

    Dann kam die Finanzkrise, die Börsen stürzten ab, Banken gingen pleite und wurden mit Billionen an Steuergeldern gerettet. Die Gewinne wurden privatisiert, die Verluste sozialisiert.

    Jetzt wurde es langsam heiss.

    Nun waren die Länder dran, die Staatsverschuldung nahm astronomische Ausmasse an, es wurden Sparmassnahmen eingeführt, Löhne und Renten gekürzt, Steuern erhöht, die Arbeitsplätze vernichtet. Die Politiker erzählten uns, wir sollen den Gürtel enger schnallen.

    Die Temperatur erreichte bald den Siedepunkt.

    Der Eurozone stand vor dem Auseinanderbrechen, die Gemeinschaftswährung verlor immer mehr an Wert. Die Menschen gingen auf die Strasse um zu protestieren und waren empört, fragten warum sie die Rechnung für die Krise zahlen müssen und nicht die Bankster, die sie verursacht haben. In Griechenland flogen die ersten Brandbomben. Die Polizei ging massiv mit Gewalt gegen einfache Bürger vor, schützt die Verbrecher.

    Nun kocht das Wasser.

    Die Zensur steht for der Tür, andere Meinungen werden unterdrückt, die welche Transparenz bringen und Informationen über die Verbrechen des Staates veröffentlichen werden verfolgt. Die Medien sind kontrolliert und bringen nur Propaganda. Das Getöse der Kriegsmaschinerie ist zu hören. Die Machthaber haben ihre Maske abgelegt und die böse Fratze des Faschismus ist zum Vorschein gekommen.

    Der Frosch wird immer schläfriger, lässt sich durch die Blasen einlullen und hin und her schaukeln, er döst und träumt vor sich hin, merkt gar nicht was rund um ihn passiert.

    HALLO FROSCH, WACH ENDLICH AUF UND MACH SOFORT ETWAS, ODER DU WIRST BEI LEBENDIGEN LEIB GEKOCHT!!!

    Wir kennen die Parabel, wenn man einen Frosch ins kochenden Wasser fallen lässt, dann springt er sofort raus weil zu heiss. Wenn man ihn aber ins kalte Wasser legt und dieses langsam erhitzt, dann liegt er still da und passt sich an. Er wird in einen friedlichen Stumpfsinn verfallen und ohne Widerstand sich zu Tode kochen lassen.

    Bis du der Frosch?

    Wenn wir alle Einschränkungen unsereres Lebens und den ganzen negativen Gesellschaftsumbau, den wir in den letzten 10 Jahren erfahren haben, innerhalb kürzester Zeit erlebt hätten, dann würden wir uns wehren, auf die Barikaden gehen und es uns nicht gefallen lassen. Wir würden sofort erkennen, das ist nicht gut für uns. So aber wurden wir langsam mit Salamitaktik gefüttert, die kleinen Happen haben wir geschluckt, uns an das Gift gewöhnt, bis es uns schädigt und am Schluss umbringt.

    Der Faschismus schleicht sich immer in kleinen Schritten an, immer nur so viel, wie wir gerade verkraften können. Unsere Toleranz wird immer um etwas erhöht und wir finden für alles eine „plausible“ Erklärung, Entschuldigung und Ausrede, bis es dann zu spät ist. Dann sitzen wir mitten drin in der braunen Suppe, dann heisst es nur noch Maul halten oder eingesperrt werden oder Gewehr fassen und in den Krieg ziehen.

    Da die Menschheit nichts aus der Geschichte lernt, ist sie verdammt sie zu wiederholen.

    Ob der Schreiber dieser Geschichte Recht hat?

    Comment | 31 December 2010

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