Quergedacht: Shared Space zeigt funktionierende Deregulierung
Meinen 150-zigsten Post widme ich dem Thema Kreativität und Deregulierung. Ich bin inzwischen überzeugt, dass wir für mehr Kreativität und Innovation, egal ob im Geschäftsleben oder im Privaten, viel Freiraum brauchen mit so wenig Regeln wie nötig. Zu viele Regeln engen ein und führen dazu, dass wir “unsozialer” werden, wie das in dem Post Überregulierung: An die Stelle einer sozialmoralischen Selbststeuerung tritt die soziale Fremdsteuerung durch Vermehrung von Vorschriften und Gesetzen (Compliance) nachzulesen ist.
Auf die Idee dieses Artikels bin ich während des Frühstücksfernsehens am letzten Freitag gekommen, der einen Beitrag zu Ulrich Wickert brachte. Es gab ein Intro, das ihn zeigte, wie er ohne nach links oder rechts zu schauen, über die 8-spurige Straße am Triumphbogen spazierte. Der Beginn seiner TV-Karriere. Dieser Verkehrsbereich ist sehr viel weniger reguliert, so dass die Verkehrsteilnehmer deutlich aufmerksamer und Rücksicht-nehmender unterwegs sind. Das folgende Video zeigt eine Nachstellung der Wickert-Überquerung durch den Hobbyjournalist Jan Böhmermann der:
Hobbyjournalist Jan Böhmermann auf den Spuren von Ulrich Wickert.
Noch eindrucksvoller zeigt die Gemeinde Bohmte, wie viel besser es im Straßenverkehr geht, wenn dereguliert wird. Was erreicht wurde, kann sich sehen lassen:
- ein schöneres Stadtbild durch weniger Schilder und Ampeln
- weniger Staus, da der Verkehr flüssiger fließt
- weniger kritische Verkehrsunfälle
- mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer
- engeres Zusammenstehen der Bürger, weil man mehr aufeinander eingehen muss
Die Idee des Shared Space ist hier voll aufgegangen. Es sind zwar begleitende Maßnahmen wie die Schulung der Kindergartenkinder notwendig, aber der Aufwand lohnt sich.
Gemeinde Bohmte zeigt ein Erfolgskonzept: Shared Space auf der Straße
Ich würde mir wünschen, wir hätten auch im Bereich der Wirtschaft mehr Mut für Deregulierungen. Vielleicht ist ja die Vereinfachung des elektronischen Rechnungsverkehrs ein erster Anfang?
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Stadt ohne Schilder
Ein neues Verkehrskonzept als Modell für die Zukunft
Autofahrer, Straßenbahn, Radfahrer und Fußgänger: Wer in einer Großstadt lebt muss sich täglich im Verkehrschaos zurechtfinden. Wie aber kann man das Miteinander sicherer gestalten? Die Radikallösung kommt aus den Niederlanden. Dort haben Verkehrsplaner im friesischen Ort Drachten alle Schilder und Ampeln entfernt. Dieses Konzept zur Verkehrsberuhigung besagt: Man muss den Verkehr gefährlicher machen, damit er sicherer wird. Ein Bericht von Kerstin Schweighöfer.
Ebenso ein plastisches Beispiel der Rücksichtnahme:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=iv3NS66Hml4