SAPERION meets BPMN
Autor: Björn Meyer-Caspari, zu seiner Masterarbeit betreut von Dr. Martin Bartonitz
Die Business Process Modeling Notation (BPMN) ist - auch aktuellen Umfragen zufolge – als Standard für die Geschäftsprozessmodellierung stark auf dem Vormarsch. Vieles deutet daraufhin, dass die Verbreitung der seit 2002 entwickelten Notation auch mit dem – voraussichtlich Mitte des nächsten Jahres – anstehenden Versionsupdate der Spezifikation auf 2.0 in der Praxis noch deutlich ansteigen wird. Bereits jetzt wird der Standard von vielen Unternehmen (z. B. Oracle, IBM, SAP, Lombardi, Signavio, itp commerce) genutzt.
Auch SAPERION hat sich entschieden, in Zukunft im Workflow-Bereich auf diesen Standard zu setzen. Konkret bedeutet dies, dass die bisher im SAPERION ProzessDesigner verwendeten, nicht-standardisierten „Symbole“ zur Gestaltung von Workflow-Prozessen durch eine standardisierte Liste von Symbolen ersetzt werden soll.
Mit der Entscheidung für die BPMN ergeben sich aller Voraussicht nach u. a. auch wesentliche, mit diesem Standard einhergehende Vorteile:
- Geringerer Schulungsaufwand durch einheitliches Verständnis der zur Verfügung stehenden Modellierungselemente (ohne die herstellerspezifische Notation kennen zu müssen!)
- Einheitliche Lösung zum Import von BPMN-Modellen fremder Modellierungswerkzeuge
Um die BPMN-Notation auch im SAPERION-Kontext optimal nutzen zu können, ist der Einsatz eines Modellierungswerkzeug denkbar, in dessen „Werkzeugkoffer“ gezielt nur die entsprechend nutzbaren Elemente angeboten werden. Auf diese Weise lässt sich auch gleich einem kleinen Vorwurf entgegen wirken, den sich die BPMN manchmal von Anhängern der EPK (=Ereignisgesteuerten Prozessketten)-Gemeinde gefallen lassen muss: nämlich einen (vor allem im Vergleich) nicht gerade geringen und damit komplexen Zeichenvorrat zu besitzen!
Bei einer solchen BPMN-Werkzeugnutzung muss aber zwingend beachten werden, dass – wie eben schon angedeutet -
- nur die BPMN-Elemente zur Verfügung gestellt werden, die auch relevant sind und
- natürlich alle bisher via SAPERION ProcessDesigner modellierbaren Abläufe auch ohne Einschränkungen wieder abgebildet werden können!
Welches am Markt existierende Tool sich für eine solche Integration eignen würde, wie dieses Tool dann für eine Integration in SAPERION angepasst werden müsste und in wie weit die SAPERION-eigene Notation ergänzt bzw. ersetzt werden sollte, sind Punkte, die ich im Rahmen meiner Masterarbeit aktuell untersuche.
Einer der nächsten Schritte wird dabei die Spezifikation des Imports von BPMN 2.0 Modellen sein. Grundlage für damit verknüpfte Import-Tests werden übrigens vor allem Exportdateien von BPMN-Tools der Firmen Signavio und itp commerce sein, die schon mit der Umsetzung der Serialisierung (so heißt das Speichermodell in der BPMN-Spezifikation 2.0) begonnen haben.
Ein Hauptergebnis der Arbeit soll am Ende ein detailliertes Konzept sein, das die Integration eines ausgewählten BPMN-Tools in SAPERION beschreibt, um darauf aufbauend im ersten Quartal 2010 eine prototypische Umsetzung zu ermöglichen.
Anregungen, Wünsche, Anmerkungen zur angesprochenen Thematik sind gerne willkommen.
Ergänzung am 24.02.2010: ein Ausblick auf die BPMN 2.0 Elemente, die SAPERION mit der nächsten Version unterstützen wird. Es werden demnach alle Elemente der voraussichtlichen Konformitätsklasse SIMPLE, einige aus DESCRIPTION sowie weitere der 3. und 4. Klasse dabei sein.
2 Comments »
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Neben den BPMN Tool-Herstellern Lombardi (jetzt bei IBM), Signavio und itp commerce, haben auch BizAgi und iGrafix den Export via der neuen Serialisierung avisiert. Aber im Gegensatz zu den drei Erstgenannten, wird es diesen erst geben, wenn die Spezifikation freigegeben wurde, d.h. nicht vor Mitte 2010.
Nun ist die News raus:
Auf dem Weg zum BPM Round-Trip Engineering: SAPERION gibt Kooperation mit Signavio bekannt.
Durch eine enge Integration seiner Enterprise Content Management (ECM)- und Business Process Management (BPM)-Systeme mit der Modellierungslösung der Signavio GmbH erweitert die SAPERION AG sein Kompetenzprofil in die Richtung fachlichen Prozessmanagements.
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