Im Wesentlichen reichen die CMIS-Funktionen, um auf Daten von typischen Dokumentenmanagementsystemen – siehe die Produkte der Initiatoren der Spezifikation, zugreifen zu können. Für eine Vereinheitlichung sämtlicher Content Repositories, wie dies die Intention des JCR ist, greift der CMIS-Funktionsumfang zu kurz. Demnach würden mit der intensiven Nutzung des CMIS zwar eine Reihe von Repositories von Anwendungen gemeinsam oder alternativ genutzt werden können, aber es blieben doch immer noch reichlich Informationsinseln übrig. Daher ist zu vermuten, dass sich langfristig eher der JCR-Standard durchsetzen wird.

Was mich befremdet ist, dass die gleichen treibenden Hersteller, die unter der AIIM-Flagge seit 5 Jahren scheinbar vergeblich um eine gemeinsame Spezifikation Namens iECM – Interoperable Enterprise Content Management – gerungen haben, parallel vor 2 Jahren die Spezifikation des CMIS begonnen haben. Bis diese Spezifikation jedoch durch die OASIS zum Standard erklärt wird, ist sicherlich noch mit eineinhalb Jahren zu rechnen. Ob dann auch der eingereichte Funktionsumfang so bleibt, ist noch abzuwarten. Day mit dem Vorsitzenden der JCR Expertengruppe, David Nuescheler, sowie einige weitere Firmen dieser Expertengruppe haben sich entschlossen, an der CMIS Standardisierung ebenfalls mitzuarbeiten. Ich bin mehr als gespannt, was dann endgültig den CMIS ausmachen wird.